Auferstanden aus der Asche: Sächsische Riviera – Leipziger Neuseenland

In großen Teilen des Leipziger Südraums wurde und wird Braunkohle im Tagebau abgebaut. Die Folge ist eine durch Narben gezeichnete, riesige Bergbaufolgelandschaft. Nach der Wende, dem Ende der DDR, begann man damit, einen großen Teil der ehemaligen Tagebaue zu rekultivieren. Da Millionen Tonnen von Braunkohle abgebaut und verbrannt wurden ist es nicht ohne weiteres möglich die gigantischen Restlöcher wieder zu füllen. Daher griff man auf die günstigste Lösung zurück- mal begann sie mit Wasser zu Füllen. Eine große, von Menschenhand geschaffene Seenplatte ist im Entstehen begriffen.

Das Leipzoger Neuseenland, hier der Störmthaler See. Nur noch die steilen Hänge erinnern daran, was hier einst gewesen ist. Verbrannte Erde. Die Natur kommt zurück.

Leipziger Neuseenland

Nach Abschluss des Braunkohlebergbaus und der Flutung wird das sogenannte Leipziger Neuseenland einmal mehr als 25 Seen mit einer Wasserfläche von über 70km² umfassen.
Die derzeit größten Gewässer im Neuseenland sind der Zwenkauer See mit 9,7km² Wasserfläch und der Störmthaler See mit 7,3km². Alle Seen weisen Wassertiefen um 50m vergleichsweise tief. Große Flächen, Ufer- und Flachwasserbereiche sowie Inseln, stehen unter Naturschutz.

Sand und Kiestrand am Südostufer des Störmthaler Sees. Die Sächsische Riviera. Das hier vor nicht allzulanger Zeit noch Braunkohle abgebaut wurde – kaum zu glauben.


Das Leipziger Neuseenland ist dabei sich nicht nur zu einem Naherholungsgebiet, sondern auch zu einer bedeutenden Tourismusregion mit diversen Wassersportmöglichkeiten und einem großen Radwegenetz zu entwickeln. Wichtige Orte mit Marinas sind etwa in Kahnsdorf (Hainer See) oder oder mit Lagovida (Störmthaler See) entstanden und werden weiter ausgebaut.

Die „künstlichen“ Tourismusorte sind sicher geschmacksache. Die teils sehr großen Seen sind aber ein tolles Beispiel für einen gelungene Rekultivierung. Am Ufer stehend fällt es mir teils schwer zu glauben irgendwo, mitten in Sachsen, am Rand eines ehemaligen Braunkohletagebaus zu stehen. Das klare, blaue Wasser, die Wellen und die sich glitzernde Sonne erinnern mich bei dem derzeitigen Wetter eher an mediterane Gefilde.

Auch unser Vierbeiner fühlt sich am Hundestrand des Störmthaler Sees dackelwohl – ich kann das nachvollziehen!

Noch sind aber nicht alle Spuren des Braunkohlebergbaus beseitigt und werden es vermutlich auch nie. Eisenhaltige Mineralien färben Zuflüsse, Sand und Kies rötlich. Gleich nebenan wir noch die Erde ausgebeutet, tief gebuddelt.

Nur hier und da werden erinnerungen an den ehemaligen Tagebau wach. Stark eisenhaltiges Wasser färbt diesen kleinen Bach rötlich.

Verweise:

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