Satellitenbildvergleich: Schmelzende Gletscher in den Ötztaler Alpen

Die Ötztaler Alpen liegen im Westen Österreichs, an der Grenze zu Italien. Hier befinden sich die größten zusammenhängenden Gletscherflächen der Ostalpen. Bekannte Eisströme sind etwa der Gepatschferner, der zweitgrößte Gletscher Österreichs, oder die gut erforschten Hintereisferner, Kesselwandferner und Vernagtferner auf welchen bereits seit langer Zeit detaillierte Massenbilanzen erhoben werden.

Die Erderhitzung, der Klimawandel heizt dem Planeten ein. Das einstmals ewige Eis schmilzt in atemberaubendem Tempo dahin – und zwar weltweit. Die Eisströme der Welt verlieren nicht nur sichtbar an Länge, ihre Masse schwindet in einem dramatischen Ausmaß.
In den Alpen ist zwischen 2000 und 2014 ein Sechstel der Eismasse verschwunden, rund 17% oder etwa 22km³. Pro Jahr gehen weitere 2% der vergletscherten Fläche verloren.Die Lage hat sich seit 2014 nicht verändert, im Gegenteil. Der Ausstoß von Treibhausengasen liegt auf Rekordnivau, die Temperaturen steigen weiter. Ein Großteil der Alpengletscher wird vollständig abschmelzen, daran besteht kein Zweifel mehr – ganz egal ob wir die Treibhausgasemissionen reduzieren oder nicht.

Gletscherschwund in den Ötztaler Alpen

Gletscherregion in den südlichen Ötztaler Alpen 1989 (links) und 2020 (rechts) in einer Farbinfrarotaufnahme der Satelliten Landsat 5 (1989) und Sentinel 2 (2020). Schnee und Firnflächen erscheinen weißlich, Eisflächen blau bis dunkelblau.

Die Gletscher der Ötztaler Alpen schmelzen in großem Tempo ab. Die großen Gletscherzungen haben sich seit 1989 teils um mehr als einen Kilometer verkürzt, einige kleinere Gletscher sind ganz verschwunden. Der Kesselwandferner hat seine Zunge verloren, Vernagtferner und Hochjochferner sind in einzelne Teilgletscher zerfallen.
Auffällig sind auch die stark geschrumpfenten Schneeflächen – obwohl sogar 1989 ein Gletscherschwundjahr war und 2020 weniger Gletscherabträglich gewesen ist, als die Vorjahre.

Beschriftete Version des Landsat-Satellitenbildes vom 24. August 1989. Zu sehen sind die großen Gletscher des Ötztals am hinteren Weißkamm, im Grenzgebiet von Österreich und Italien.

Bei den Satellitenbildern handelt es sich um Aufnahmen der Erdbeobachtungssatelliten Landsat 5 (NASA, maximale Auflösung 30m p.Px) und Sentinel 2 (NASA/ESA, maximale Auflösung 10m p.Px). Bei den Bildern handelt es sich um Falschfarbenaufnahmen (Color Infrared), auf welchen die schnee- und eisbedeckten Gebiete deutlicher hervorstechen.

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