Wandern im Teutoburger Wald: Vom Bocketal zu den Dörenther Klippen


Der Höhepunkt unseres verlängerten Wander- und Wohlfühlwochenendes im Teutoburger Wald bildete eine Wanderung über den Hermannsweg. Unser Ziel sind die Dörenther Klippen zwischen Ibbenbühren und Tecklenburg. Eine Reihe von bizarren, schroffen Felsformationen auf und am Hauptkamm des Mittelgebirges.

Von Brochterbeck zum Sattelfels

Unser Ausgangspunkt ist der alte Bahnhof von Brochterbeck (79m). Wir kreuzen die Bahnschienen und biegen dann links in den eigentlichen Wanderweg ab. Dort queren wir den Mühlenbach, erklimmen einige Stufen und biegen rechts in den Pfad zum Schweinskopf ab. Dort halten wir uns links und folgen dem Weg, der sich mäßig ansteigend durch den Wald zum Schweinskopf (133m) hinaufwindet. Die letzten Meter bis zum felsigen Gipfelbereich sind dabei durchaus steil. Oben angekommen lichtet sich der ansonsten dichte Laubwald etwas. Vom Sattelfels, einer bis15m hohen Sandsteinformation, bietet sich ein schöner Ausblick auf und über das Bocketal. Anschließend steigen wir über den Kammweg zu einer kleinen Einsattelung ab (110m), wo wir auf den eigentlichen Hermannswerg treffen. Dieser Fernwanderweg miss fast 160km in der Länge und folgt dabei dem Hauptkamm des Teutoburger Waldes.

Über den Hermannsweg auf dem Teutokamm

Im folgenden Weg führt der Weg, nur wenig an- oder absteigend durch meist dichten Wald. Weit-, Tief- und Fernblicke sind daher selten.
Nach kurzem Gegenanstieg erreichen wir mit dem Königstein (153m) die ersten zu den Dörenther Klippen zählenden Felsen. Nur wenig weiter ragen die Spitzen und schroffen Klippen des Dreikaiserstuhlt in die Baumkronen. In den eindrucksvollen, senkrechten Sandsteinfelsen tummeln sich einige Klettergruppen. Eine Überrschung, so weit nördlich und in einem so niedrigen Mittelgebirge.

Zu den Klippen

Hinter dem Dreikaiserstuhl erreichen wir bald mit dem Ehrenfriedhof den höchsten Punkt der Tour (165m). An den Dörenther Klippen lieferten sich Verbände der Wehrmacht und der britischen Armee noch in den letzten Kriegstagen erbitterte Gefechte. Im ideologischen Wahn wurden das letzte deutsche Aufgebot regelrecht verheizt. Der Ausgang ist bekannt.
Etwas abseits des Wegesrandes liegen die Felsformationen rund um die Eulenschlucht. Hier wachsen die Farne Mannshoch und wir kommen uns vor wie in einer längst vergangenen Zeit. Da die Eulenschlucht nicht umsonst so heißt, haben wir uns einen näheren Blick gespart. Hier brütet der Uhu worauf mehrere Schilder hinweisen. Bitte nicht stören!

Am hockenden Weib

Schließlich sind wir am Ziel. Nach einer kurzen Einkehr an der Almhütte, hier gibt es Kuchen, Snacks und kühle Getränke, erreichen wird das Hockende Weib. Die wohl bekannteste Felsformation in den Dörether Klippen. Im Gegensatz zum weitgehend menschenleeren Wanderweg ist es hier voll – punktuell auch mehr als das. Das Hockende Weib ist die Hauptattraktion in den Dörenther Klippen – das ist es und das merkt man auch. Neben den eindrucksvollen Sandsteinfelsen, fallen vor allem viele kletternde und kraxelnte Menschen auf. Erwachsene wie Kinder. Ein natürlicher Abenteuerspielplatz.
Gleichzeitig ist das Hockende Weib auch der Wendepunkt unserer Tour. Wir kehren um – zunächst ist der Hinweg gleich dem Rückweg.

Kahlschlag und Abstieg

Kurz vorm Dreikönigstein verlassen wir den Hermannsweg, biegen links am und steigen hinab ins Bocketal. Zunächst etwas abenteuerlich, steil über einen ausgewaschenen, steinigen Pfad. Anschlißend flacher durch ein Seitental. Hier haben Mensch und Klimawandel ganze Arbeit geleistet. Klimawandel – im Form des Borkenkäfers, anschließend Kettensägen und Schweres Gerät haben hier für einen Kahlschlag gesorgt. Die Fichten sind gewichen, geblieben ist ein Kahlschlag. Ganze Hänge sind entwaldet. Kein schöner Anblick – ganz ähnlich wie vor fast eine Jahr im Harzer Kästental.
Schlielich kehren wir durch das Bocketal zurück zum Ausgangspunkt.

Fazit: Eine tolle und abwechslungsreiche Wanderung durch und über den Teutoburger Wald. Über Berg und Tal und vorbei an eindrucksvollen Felsformationen die Erinnerungen an die Sächsische Schweiz erinnern. Sehr zu empfehlen.

Statistik: Strecke: 10km , Abstieg 200Hm, Aufstieg 200Hm


siehe auch:


Verweise:

Ein Kommentar zu „Wandern im Teutoburger Wald: Vom Bocketal zu den Dörenther Klippen

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  1. Wie erbärmlich, dass „Forst“ nicht endlich lernen will! Bodenerosion, unnötige Verluste vorprogrammiert. Dabei zeigen Bayerischer Wald und Kellerwald, wie es geht – Stehen- und Liegenlassen eines (Groß)Teils der toten Bäume. Ratzfatz baut die Natur angesichts des günstigen Kleinklimas neuen Wald auf. … Aber das ist ja nicht der, der auf dem Plan steht …
    Empfehlenswert:
    https://www.nukla.de/2021/08/buchempfehlung-fichtenland-wie-deutschland-seine-waelder-verlor/
    https://www.reallabor-wald.org/

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