Lüttich sehen und leben

Lüttich ist das wirtschafliche- und kulturelle Zentrum Walloniens. In und um die Stadt leben rund 600.000 Menschen. Sie liegt am Nordrand der Ardennen, an der Mündung der Ourthe in die Maas und ist eine klassische Arbeiterstadt. Gesprägt von Schwerindustrie und Bergbau steckt Lüttich, wie auch viele Städte in Deutschland, mitten in einem Strukturwandel. Eine Stadt zwischen Alt und Neu – vielleicht macht sie gerade das so sympatisch. Unseren Besuch haben wir kaum vorbereitet, wir lassen uns einfach treiben.

Von der Maas in die Altstadt von Lüttich

Wir starten unseren Stadtbummel an der von moderner Architektur gesäumten Maaspromenade. Noch heute ist der Strom ein wichtiger Transportweg – denn so ganz ist die Schwerindustrie noch nicht aus der Stadt verschwunden. Der Binnenhafen von Lüttich ist noch immer der drittgrößte in Europa. Der Umschlag von Kohle und Stahl ist aber an vielen Kais modernen Containerterminals, in Innenstadtnähe der Freizeitschifffahrt gewichen und der Umbau der Stadt schreitet vorran. In wenigen Tagen wird die neue und moderne Lütticher Straßenbahn eröffnet – und das Stadtbild erheblich verändern.

Über die längste Treppe Lüttichs: Montagne de Bueren

Am Rande des Stadtzentrums erreichen wir den Montagne de Bueren oder die Bueren-Treppe. Die Treppe wurde einst als Verbindung für Soldaten, zwischen Altstadt und Lütticher Zitadelle gebaut. Wir können uns trefflich vorstellen, wie sich einst Soldaten nach einer durchzechten Nacht in den Tavernen der Altstadt hier hoch geschleppt haben.
Die Bueren-Treppe überwindet auf 260m länge und 374 Stufen einen Höhenunterschied von 67m. Damit ist sie nach der Treppe zur Zitadelle von Dinant, die zweigrößte Treppe Belgiens. Kurioser Weise haben wir diese im letzte Jahr besucht, seitdem sind wir Belgien-Fans. Heute ist die Treppe eine Touristenattraktion – aber auch ein Ort sportlicher Herausforderungen.

Oben angekommen laufen wir noch einige Schritte weiter zum Obelisken, zum Monument der 14. Linieninfanterie unterhalb der Zitadelle. Von hier oben genießen wir den Ausblick auf Lüttich, das Maastal und die umgebenden Hügel. Wir lieben es eben über den Dingen zu stehen – denn fast egal wohin wir reisen, es führt in der Regel zum bergauflaufen.

Künstlerviertel „Au Péri“

Unser Weg zurück nach unten führt uns durch das ehemaliger Arbeiter- und heutige Künstlerviertel „Au Péri“ im Stadtteil Pierreuse. Die geplasterten Gassen und die Hanglage lassen das Quartier fast schon mediteran wirken. Das hätten wir nicht erwartet. Die letzten Höhenmeter verlieren wir auf einer Treppe, anschließend stehe wir direkt im Stadtzentrum.

Radsportklassiker und Tadej Tadej Pogačar

Im Stadtzentrum, auf den Place Saint-Lambert und dem Espace Tivoli vor dem Palais Provincial ist der Teufel los – auch das hatten wir nicht auf dem Schirm. Morgen startet der Radsportklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich durch die Höhen der Ardennen. Die gesamte Weltelite des Radsports ist am Start. Just heute werden die Teams Fahrerinnen und Fahrer vorgestelle. Überall sind Presse, Fernsehteams und Fans. Tatsächlich bekommen wir sogar den Tour de France Sieger und späteren Sieger des Ardennenklassikers, Tadej Pogačar zu Gesicht. Kaum zu glauben wie viel Power in einer solch kleinen und schmächtigen Person steckt.

Auf dem Rückweg durch die Altstadt müssen wir noch eine Sache erledigen: Ein Café aufsuchen, Lütticher Waffeln bestellen und anschließend genießen. Nach einem letzten Abstecher zum Aussichtspunkt „Roche des Faucons“ machen wir uns auf den Heimweg. Lüttich ist auf jeden Fall einen Besuch Wert.

Aussichtspunkt Roche des Faucons über dem Tal der Ourthe.

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