Um und auf dem Titisee – Hochschwarzwald zwischen Natur, Tradition und Kitsch

Der blaue Titisee liegt eingebettet in die dunklen Bergwälder des Hochschwarzwaldes. Der klare Bergsee ist das größte natürliche Gewässer der Region. Seine Entstehung verdankt er eiszeitlichen Gletschern, die eine Mulde ausschürften. Er misst etwa 1km² in der Fläche und ist bis zu 40m tief. An seinem Ostufer liegt der gleichnamige und bekannte Kurort. Die Kulisse des von Titisee, eine Mischung aus Tradition und Kitsch, erfüllt beinahe alle gängigen Schwarzwald-Klischees – inkl. Kukucksuhr-Geschäften. Sie wirkt aber trotzdem nicht wie ein Freilichtmuseum und ist durchaus erholsam. Wir haben sie sehr genossen.

Der Grund für den Trubel hat viele Gründe. Die wichtigste ist natürlich der Schwarzwald selbst, die Landschaft, die Wälder, die Seen – und natürlich auch die regionalen Traditionen und Gepflogenheiten.  Als das wird und wurde wunderbar als „schöne heile Welt“ vermarktet – und die ist es auch. Eine Zeitreise im positivem Sinne, die wir in uns aufsaugen. Das zieht Gäste aus allen Teilen der Welt, insbesondere die britischen Inseln, den USA, China und aufgrund der geringen Entfernung auch Frankreich an. In den 1980er Jahren war die „Schwarzwald-Klinik“ Deutschland beliebteste Fernsehserie. Millionen saßen vor den Fernsehern, der Schwarzwald erlebte einen Tourismusboom von dem die Region noch immer profitiert. Geschicktes Marketing oder Zufall? Man weiß es nicht. Drehorte befanden sich über den ganzen Schwarzwald verteilt, auch am Ufer des Titisees.

Seerundweg Titisee

Der Titisee lässt sich auf einem, etwa 6km langen Wanderweg umrunden.
Los geht’s auf der schönen Seepromenade von Titisee. Leider führt der Weg im Anschluss fast 2km, vor allem über die Gehsteige der Kreisstraße nach Feldberg. Nicht immer hat man dabei Blick auf das Wasser und der Autoverkehr macht diese Passage nicht gerade zu einem Erlebnis. Hinter der Jugendherberge verlassen wir dann endlich die Kreisstraße und folgen dem Wirtschaftsweg durch die Auen des Seebachs zum Südufer. Am Waldrand geht es dann, endlich am Wasser entlang, zurück zum Ausgangspunkt. Kurzweilig.


Der Seerundweg ist eher ein Spaziergang, denn eine Wanderung. Der Weg über die Kreisstraße ist nicht gerade schön. Insgesamt,für etwas Bewegung und einige schöne Ausblicke aber durchaus geeignet.

Auf dem Titisee verkehren mehrere Ausflugsschiffe. Gesteuert werden diese von echten Kapitänen – bei deren Outfit mussten wir dann schon ein wenig schmunzeln. Sie sind auf jeden Fall bereit für Kap Hoorn und die große Fahrt!

Schiffsrundfahrt auf dem Titisee

Wie schon vor ein paar Tagen in Dinant, oder noch mal intensiver, im Kajak auf der Lesse, suchen wir nun wieder den Perspektivwechsel. Dieser soll uns eine Rundfahrt auf dem Titisee bringen. Gleich mehrere kleinere Passagierschiffe drehen ihre Runden auf dem Wasser. Die Rundfahrten dauern etwa eine halbe Stunde, sind kurzweilig und entschleunigend. Die Durchsagen vom Band liefern uns aber auch keine neuen Erkenntnisse. Dafür stecken uns aber die Asiaten auf dem Sonnendeck mit iher Lebensfreude an.

Im Anschluss, das muss sein, genehmigen wir uns ein (riesen)großes Stück Schwarzwälder-Kirsch-Torte, wohl die deutscheste aller Torten. Ein Stück regionaler Kulinarik? Man weiß es nicht, es ist nicht mal sicher ob der Ursprung überhaupt im Schwarzwald liegt – aber die Hauptsache ist, dass es schmeckt und das tut es.

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