Zwischen den Tälern: Klausenpass

Der Klausenpass, etwa im Zentrum der Schweiz gelegen, verbindet die Täler von Reuss im Westen und Linth im Osten sowie die beiden Kantone Uri und Glarus. Durch eiszeitliche Gletschertätigkeit sind die verbundenen Tälter sehr tief eingeschnitten. Daher sind trotz der eher gringen Passhöhe von 1.948  recht große Höhenunterschiede zu überwinden – was das die Überfahrt zu einem landschaftlichen Highlight macht. Auf der Ostrampe, von Linthal (660m) kommend, gewinnt man fast 1.300 Höhenmeter. Vom Klausenpass, durch das Schächental, verliert man bis nach Bürglen (500m) gar 1.500 Höhenmeter. Entsprechend wandelt sich das Landschaftsbild von den landwirtschaftlich geprägten Tälern, über Bergwälder bis hin zu den weiten Wiesen der Almregion. An der Passhöhe bietet sich sogar ein Blick auf die Gletscherreste am Nordhang des Clariden.

2019-09-03-01-Klausenpass

Urnerboden – die größte Alp der Schweiz

An der Ostrampe des Klausenpass liegt die größte Alp, zu deutsch Alm, der Schweiz. In diesem, rund 8 Kilomter langen Hochtal, weiden im Sommer bis zu 2.000 Rinder. Ganz ohne Zäune. Überall bimmelt es und manchmal stehen auch ein paar Kühe auf der Straße… Die sommerliche Produktion von Alpkäse läuft auf Hochtouren – nicht nur für die touristische Folklore, auch wenn man das meinen könnte. Ein wunderschönes Fleckchen Erde. Grüne Wiesen, Schroffe Berge und weiße Spitzen – die Schweiz wie aus dem Bilderbuch.

Klausenpass & Talschluss

#Talschluss Urner Boden Clariden
Talschluss des Urner Bodens mit dem Gipfel des Clariden (3.267m).

Hinter dem Urner Boden geht es in einigen Serpentinen hinauf in Richtung Passhöhe. Zuvor passiert man aber noch den Chlus, den Talschluss des Urner Bodens. In einem felsigen Kessel stürzen hier die Schmelzwasser des oberhalb gelegenen Gletschers fast 300m zu Tal. Der Ursprung des Fätschbachs. Oberhalb des Klippen liegen die Reste des Claridenfirns. Dick verpackt unter Geröll und Moränenschutt, dafür mit einem schönen, neuen Gletschersee. Vielleicht ein Wanderziel für die Zukunft.

Gletscher an der Nordflanke des Clariden

#Clariden Gletscher Iswandli
Aperer Gletscherfläche, Iswändli, vor dem Chammliberg 3.214m.

Während sich sich auf der topographisch günstiger gelegenen Südseite des Clariden größere Gletscher befinden, etwa der 13km² große Hüfigletscher, existieren auf der klimatisch günstigeren Nordseite nur mehr kleinere Gletscherreste.

Zwischen dem Chammliberg und dem Schärhorn (3.232m) gibt es eine Scharte, die in Verbindung mit dem großen, südlich gelegenen Hüfifirn steht. Die Chammlilücke. Hier liegt der obere Teil des Griessgletschers. Der untere Teil ist schuttbedeckt und vom Klausenpass nicht direkt einsehbar.

Abfahrt ins Schächental

Von der Passhöhe geht es dann 1500 Höhenmeter bergab durch das Schächental, hinab ins Tal der Reuss.


Verweise:


siehe auch:

12 Kommentare zu „Zwischen den Tälern: Klausenpass

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  1. Die Schweiz ist einfach nur wunder-wunderschön… Bist Du alles geradelt oder warst Du mit dem Auto unterwegs?
    Wirst Du noch eine Streckenübersicht veröffentlichen?Fragen über Fragen 😊
    Ich plane schon seit längerem eine Reise in die Schweiz, aber ich bin teilweise wirklich überfordert damit, wohin genau. Weil eben alles so toll ausschaut 😁

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    1. Ja, die Schweiz ist wunderschön!
      Ich war mit dem Auto und zu Fuß unterwegs, später auch unter Zuhilfenahme von Bus und Seilbahn. Überforderung trifft es ganz gut, in bin unterwegs an vielen Orten vorbeigefahren, die ein lohnenswertes Ziel gewesen wären. Grundsätzlich war aber die Nähe zu- und das Sehen von Gletschern mein Hauptziel, da hatte sich der Rest unterzuordnen, zumal mir ein drohender Wintereinbruch (der dann auch kam) im Nacken saß.
      Ich werde die besuchten Orte auf jeden Fall in einer Karte eintragen. Das wird sich aber noch ein bisschen hinziehen.
      Ich kann auf jeden Fall so eine Art individuelle Rundreise empfehlen, also keinen wirklich stationären Urlaub. Ich mag das so. Man lernt zwar keinen Ort so richtig kennen, sieht und erlebt aber unheimlich viel.

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      1. Dankeschön für Deine ausführlichen Zeilen! Wenn man viel sehen will, ist eine Rundreise tatsächlich besser. Allerdings durch die meist begrenzte Zeit auch wesentlich anstrengender, trotz noch so guter Planung. Ist meine Erfahrung. Am besten irgendetwas dazwischen, also wenigstens 5 Tage bis ne Woche an einem Ort. Hab ich die letzten Urlaube so gehandhabt. Die letzten Gletscher habe ich in den neuseeländischen Alpen besucht. Richtig klasse war das! Ich kann Deine Priorität daher sehr gut verstehen 😊

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      2. Die Verweildauer pro Ort hängt natürlich von den Zielen ab. In den Alpen kann man das eigentlich sehr gut planen, da vieles auch bei kurzen Etappen einfach auf dem Weg liegt, und man sowieso nicht in der Nähe übernachten kann. Die Schweiz ist eben auch nicht wirklich riesig. Wenn ich an einem Ort verweile will ich natürlich auch kein Auto fahren sondern in der Umgebung bleiben.
        Erholsamer ist natürlich immer ein längerer Aufenthalt – zumindest für den Körper ;-). Mein Geist erholt sich schon allein vom Ausblick.
        In der Schweiz kommt leider hinzu, dass die Unterkünfte für uns Eurolandbewohner nicht besonders preiswert sind. Für das Geld für das ich in Deutschland in einem gehobenen Mittelklassehotel übernachten kann, bekomme ich in der Schweiz eine bessere Bruchbude, zumindest was die Ausstattung betrifft. Da bekommt man in Österreich und Südtirol einfach mehr fürs Geld.
        Das liegt aber nicht an den Schweizern – die sehr gastfreundlich sind, sondern an der Wechselkursproblematik, dem unterbewerteten Euro und dem überbewerteten Franken.

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      3. Da ich über 30 Jahre in der Schweiz lebe, habe ich mich an die Preise gewöhnt, ohne den Blick dafür zu verlieren im Vergleich zu anderen Bergregionen. Ja, es ist teuer und gerade deshalb touristisch nicht zu Tode getrampelt. Ausgenommen jene Destinationen, zu denen alle hingefahren werden. Stundenlanges wandern mit wenig Menschen, Stille, Einsamkeit und Ursprünglichkeit sind noch an so vielen Orten zu Hause, ich mag das sehr.

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      4. Das ist richtig. Ich versuche so gut es geht überlaufene Orte zu meiden – außer ich muss mich einen Gruppenzwang ergeben. Das hat bisher immer gut geklappt, sei es in der Schweiz oder andernorts. Es gibt zum Glück auch immer noch Zeiten in denen es an sonst überlaufenen Orten leer, ja geradezu einsam ist.
        Kosten allein sind für mich auch noch kein Ausschlusskriterium so ich denn einen Gegenwert dazu bekomme – vieles in der Schweiz gibt es schließlich auch Umsonst ;-). In Deutschland gibt es Dinge die sind im Grunde genommen zu billig (einige Lebensmittel in etwa). Für mich macht es am Ende einen Unterschied ob ich mich abgezockt fühle oder eben nicht. Das Gefühl hatte ich Schweiz bisher noch nicht – abgesehen vom Skipass an der Diavolezza. Letztlich habe ich aber auch das, ob der Kulisse, nicht bereut. Im Gegensatz dazu habe ich mich, im vermeintlich günstigeren Österreich und vor allem in den bayrischen Alpen schon wesentlich öfter wie eine Melkkuh gefühlt.

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      5. Ja, ich bin auch schon in sehr teuren Gegenden recht günstig gereist und ich gebe auch gerne mehr aus, wenn der Gegenwert stimmt. Dieses Reiseerlebnisse halten ein Leben lang… Und Abzocke ist echt das letzte!

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    2. Der Überforderung kann ich gerne abhelfen, wenn du mir verrätst, wonach dein Herz sich sehnt inmitten der Schweizer Bergwelt🤔
      Bei Gletschern kenn ich mich nicht so gut aus, ausgenommen Morteratsch Gletscher. Aber melde dich einfach.

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