Vorher- und Nachher: Schmelzende Gletscher in der Venedigergruppe

Die Venedigergruppe liegt an der Grenze der beiden Österreichischen Länder Tirol und Salzburg. Sie erstreckt sich rund um den namensgebenden Gipfel des Großvenedigers, dem 5. höchsten Berg in Österreich. Hier befinden sich die große zusammenhängenden Gletscherflächen. Bekannte Eisströme sind etwa das Obersulzbachkees, das Untersulzbachkees, das Umbakees sowie das Schlatenkees. Große Teile des Gebirgsstocks sind Teil des Nationalparks Hohe Tauern, sehr naturbelassen und kaum erschlossen.

Die Erderhitzung, der Klimawandel heizt dem Planeten ein. Das einstmals ewige Eis schmilzt in atemberaubendem Tempo dahin – und zwar weltweit. Die Eisströme der Welt verlieren nicht nur sichtbar an Länge, ihre Masse schwindet in einem dramatischen Ausmaß.
In den Alpen ist zwischen 2000 und 2014 ein Sechstel der Eismasse verschwunden, rund 17% oder etwa 22km³. Pro Jahr gehen weitere 2% der vergletscherten Fläche verloren.Die Lage hat sich seit 2014 nicht verändert, im Gegenteil. Der Ausstoß von Treibhausengasen liegt auf Rekordnivau, die Temperaturen steigen weiter. Ein Großteil der Alpengletscher wird vollständig abschmelzen, daran besteht kein Zweifel mehr – vollkommen unabhängig von unseren Klimazielen. Dafür ist es bereits zu spät.

Gletscherregion in rund um den Großvenediger 1985 (links) und 2020 (rechts) in einer Farbinfrarotaufnahme der Satelliten Landsat 5 (1989) und Sentinel 2 (2020). Schnee und Firnflächen erscheinen weißlich, Eisflächen blau bis dunkelblau.

Die Gletscher der Venedigergruppe schmelzen in großem Tempo ab. Der einstmals größte von ihnen, das Obersulzbachkees, ist bereits in fünf Einzelgletscher zerfallen, von Westen nach Osten, Krimmlertorl Kees, Obersulzbach Kees, Bleidacher Kees, Sulzbacher Kees, und Venediger Kees. Dazu hat sich im Bereich des einstigen Zusammenflusses ein neuer See gebildet, der Sulzsee. Auch die übrigen Gletscher schwinden stark, werden kürzer. Am Schlatenkees steht der Verlust der Gletscherzunge kurz bevor. Einige kleinere Gletscher sind bereits vollständig abgeschmolzen.
Allgemein sind die stark geschrumpften Schnee- und Eissflächen im Satellitenbild auffällig. In der Aufnahme von 2020 dominiert bereits der kahle, blanke Fels, der nur langsam von der Vegetation erobert werden wird. Auffällig sind im Satellitenbild, die auch die stark geschrumpfenten Schneeflächen

Beschriftete Version des Satellitenbildes von 1985 mit den Gletscher rund um den Großvenediger.

Bei den Satellitenbildern handelt es sich um Aufnahmen der Erdbeobachtungssatelliten Landsat 5 (NASA, maximale Auflösung 30m p.Px) und Sentinel 2 (NASA/ESA, maximale Auflösung 10m p.Px). Bei den Bildern handelt es sich um Falschfarbenaufnahmen (Color Infrared), auf welchen die schnee- und eisbedeckten Gebiete deutlicher hervorstechen.

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