Ein Tag im Mai

Noch nie in meinem Leben hatte ich Glück bei Verlosungen. Daher beteilige ich mich nicht an Gewinnspielen oder sonstigem Glücksspiel. Bei der Verlosung von Eintrittskarten verhält es sich da anders.  „Mein Verein“ stand dieses Jahr im Finale des DFB-Pokals. Das Kontingent für die Fans von Borussia Dortmund beträgt ungefähr 20.000 Tickets, bei alleine 50.000 Dauerkarteninhabern war schon vorher klar, dass die Nachfrage dieses Kontingent bei weitem übertreffen würde.

DFB-Pokalfinale 2012

Mehr als 100.000 Eintrittskarten wurden nachgefragt. Die verfügbaren Tickets wurde anschließend unter den Interessenten verlost – mit Vorteilen für Vereinsmitglieder und Dauerkarteninhaber. So kam es, dass ich endlich einmal Erfolg bei einer Verlosung hatte, einer der Glücklichen war. Zwei der begehrten Finalkarten gingen an mich, Kostenpunkt 40€ je Ticket – „Gewinnspiel“ hin oder her, denn bezahlen musste ich natürlich trotzdem. Eine Begleitung mit praktischen Wohnort war schnell gefunden, Übernachtung inklusive. Es hat schon seine guten Seiten wenn der Freundeskreis über die gesamte Republik verstreut ist.

FC Bayern München – Borussia Dortmund

Dann kam endlich der große Tag – Nachdem ist praktisch die halbe Nacht im Stau auf der Autobahn gestanden hatte. Der am vorherigen Wochenende mit der Meisterschale ausgestattete Ballspielverein traf auf den überaus sympathischen Rekordmeister und -pokalsieger aus dem Blau-Weiß-Blauen Wunderland südlich des Mains.

Erste Halbzeit – Auf dem Weg zum Titel

Um dem Pokalfinale die Ehre zu erweisen, war ich ausnahmsweise mal sehr Zeitig im Stadion. Der Anlass und die Kulisse zollen da doch ihren Tribut. Nachdem einige bekannte Gesichter begrüßt wurden, man kennt doch überall einige vom sehen, stieg die Anspannung. Das Spiel begann. Die sowieso schon großartige Stimmung steigerte sich nach dem frühen 1:0 durch Kagawa noch weiter. Auch der Zwischenzeitliche Ausgleich konnte dem keinen Abbruch tun. Als der Ballspielverein dann vor der Pause wieder in Führung ging, in der Nachspielzeit gar auf 3:1 erhöhte, kannte die Euphorie keine Grenzen mehr. Die Bayern standen bereits nach 45 Minuten am Rande der Niederlage.

#Dach des Olympiastadionns
Schwarz-Gelb geschmücktes Dach des Olympiastadions.

Zweite Halbzeit – Die Bayern an die Wand gespielt

Die Zweite Halbzeit ist schnell erzählt. Der Stern des Südens wirft nochmal alles nach vorne und wird anschließend mit Kontern auseinander genommen, ja an die Wand gespielt. Durch das Rund des Olympiastadions hallen hämische Gesänge wie „Kein Schuss, Kein Tor die Bayern“ oder „Einer geht noch rein“ – das halbe Stadion macht mit. Gänsehaut pur.

Doublesieger 2012

Nach 90 Minuten steht es 5:2. Borussia Dortmund gewinnt zum ersten mal in seiner Vereinsgeschichte das Double. Der Jubel kennt keine Grenzen mehr. Überschwängliche Freude, der ein oder andere verdrückt ein paar Tränen.
Borussia Dortmund und Jürgen Klopp sind auf ihrem Höhepunkt angekommen.

Retroperspektive 2018

Noch immer ist das Pokalfinale 2012 für mich unvergessen, unbestrittener Höhepunkt meiner „Fankarriere“. Zwar stand die Borussia seither, gefühlt, fast jedes Jahr dort. Emotional konnte jedoch keine dieser Begegnungen mehr an den 5:2 Sieg gegen die Bayern heranreichen. Das war der Höhepunkt. Auf Augenhöhe mit den Bayern – auch wenn es nur eine kurze Zeit war.
Stand heute wäre es vermutlich das Beste gewesen meine „Fankarriere“ auf diesem Höhepunkt zu beenden. Mein Fußballinteresse hat inzwischen stark nachgelassen, die damit verbundenen Emotionen sind kaum mehr vorhanden. So wie ich mich verändert habe hat sich auch der Fußball verändert. Die Kommerzialisierung erreicht Jahr für Jahr neue Höhepunkte. Spielerpersönlichkeiten werden immer blasser und austauschbarer und nicht zuletzt, am Ende gewinnen immer die selben. Auch das gestrige WM-aus der Deutschen Nationalmanschaft nahm ich nur mit einem Achselzucken hin.
Denke ich aber an die Ära Jürgen Klopp kehren die Erinnerungen, der Glanz in die Augen, zurück. Danke dafür!

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