Mölltaler Gletscher: Check

Der Mölltaler Gletscher – was ein wohlklingender Name, ehrgeizweckend. Das einzige, von meiner Seite aus, noch nicht besuchte Gletscherskigebiet in Österreich. Das einzige südlich des Alpenhauptkamms. Ich wusste, irgendwann würden sich unsere Wege einmal kreuzen. Endlich konnte ich jetzt den Haken dahinter setzen.

So nah und doch so fern

Nur 25km Luftlinie entfernt von meiner Unterkunft liegt das Mölltaler Gletscherskigebiet. Ein Witz für einen Vielfahrer wie mich. Haken an der Sache, mit dem

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Irgendwie nicht anders als bei uns im hohen Norden. Hier ist dann halt die Bahn die Fähre.

Auto sind es mehr als 150km inklusive Sondermautstrecke – uff. Zum Glück findet sich am Südende des Gasteiner Tals die ÖBB-Tauernschleuse. Zwar mit 34€ hin- und retour etwas kostspielig, in Anbetracht der Zeitersparnis, des Umwegs und der auch dort anfallenden Mautgebühren doch vertretbar. Gerade in Anbetracht der Schneelage. Oberhalb von 2000m fährt es sich derzeit deutlich besser als darunter. Leider reichen die meisten Salzburger Skigebiete nur wenig über diese Marke hinaus, wenn überhaupt.
Irgendwann in der Früh, ok nicht ganz so früh, ich bin ja von den Fahrzeiten der ÖBB abhängig ging‘s dann mit dem Auto in Richtung Böckstein, am Nordende der Tauernschleuse.

Einziges Gletscherskigebiet in Kärnten

Die Erschließung des Gletscherskigebietes erfolgte Ende der 80er Jahre gleichzeitig mit dem Baus des Wurtenspeichers, einer Kette von Hochgebirgsstauseen zur Stromspeicherung und -erzeugung. Schon damals war das Wurtenkees, so der Name des dem Skibetrieb dienenden Gletschers, auf dem Rückzug und der Sommerskibetrieb in der Zukunft mehr als fraglich. Vom Gletscher ist heute nicht mehr viel geblieben, ein trauriger Zungenrest und etwas Eis am Hang unterm Schareck. Der Sommerskibetrieb wird heute durch im Winter angehäufte Kunstschneemassen aufrecht erhalten. In warmen Sommern mehr schlecht als recht – aber nun zurück in die Gegenwart.

Von Mallnitz aus, dem Südende der Schleuse, ist es dann nur mehr ein Katzensprung bis zur Talstation der Mölltaler Gletscherbahn. Tunnel-Standseilbahn, wie am Pitztaler Gletscher oder früher auch in Kaprun, brauch ich nicht viel zu sagen…

Mit der Eisseebahn geht es dann weiter zum Gletscherbereich. Schon hier wird mir klar, am Mölltaler Gletscher sind Osteuropäer in der Mehrheit. Beim Abgang dann noch ein Schild das jeder Material-Diebstahl gemeldet werden muss. Ob da ein Zusammenhang besteht? Für den Skibetrieb im Winterskigebiet, fehlt mit Ausnahme der „Talabfahrt noch eine ganze Menge Schnee. Der vorhandene, ist mit Ausnahme von etwas Dekoration weitgehend künstlich erzeugt. Weiter oben ist dann doch etwas Naturschnee vorhanden.

Oben angekommen gilt der Blick zunächst den Skiautobahnen auf den Gletscherresten des Wurtekees, bevor es nach einer kurzen Abfahrt weiter in die höchste Etage geht. Mit dem Schareck-Sessellift auf fast 3.090m. Der höchste Punkt des Skigebietes. Von hier oben bietet sich eine grandiose Aussicht auf die Glocknergruppe und die Hohen Tauern.

Noch etwas besser ist die Aussicht aber direkt vom Grat. Ein kurzer Aufstieg wird mit einem tollen Tiefblick in das Gasteiner Tal und einem Fernblick auf die Nördlichen Kalkalpen belohnt.

Skigebiet Mölltaler Gletscher

Zurück zum Skifahren. Die Gletscherpisten, wobei, um Grunde ist es nur eine sehr breite, ist herrlich präpariert, leicht pulvrig und weist ein ideales Gefälle auf. Traumbedingungen zum Carven. Das muss ich mehrfach wiederholen.

Unterhalb des Gletschers werden die Pisten „schmaler“ und dank größerem Kunstschneeanteil auch härter, dafür aber abwechslungsreicher. Hier gibt es kurze Steilhänge, Schusstücke und Ziehwegpassagen in abwechslungsreicher Landschaft.

Die „Talabfahrt“ ist die Längste im Gebiet und eher einfach. Sie führt vom Gletscherende, entlang des Wurtenspeichers bis zur Bergstation Eissee. Zum Zeitpunkt des Stauseebaus kalbte die Gletscherzunge des Wurtenkees‘ ins Wasser. Heute ist der Gletscherteil, vom Alteck kommend praktisch ganz verschwunden. Der traurige Zungenrest unterhalb des Schareck hat sich fast bis zur Karwand zurückgezogen.
Leider sind die Sesselbahn Alteck und Schwarzsee derzeit noch nicht in Betrieb. Auch hier oben, am Gletscher macht sich die derzeit maue Schneelage bemerkbar. Naturschnee ist auch hier Mangelware und ohne Hilfe aus der Schneekanone wäre Abseits des Gletscherbereiches sicher noch kein Skibetrieb möglich.

Ein wirklich nettes kleines Gletscherskigebiet. Einmalige Aussicht, Gletschertypische Pistenautobahnen und endlich schön zu fahrender Schnee, wenn auch mit hohem Kunstschneeanteil. Aber immerhin – es hat überhaupt einen Naturschneeanteil.
Etwas grenzwertig ist vielleicht der Aufwand der nötig war, um den kleinen Gletscherrest des Wurtenkees‘ zu erschließen. Wie auch immer, ohne den Wurtenspeicher hätte es das in diesem, ansonsten zuvor unberührten Hochtal sowieso nicht gegeben. Auch wenn vieles etwas aus dem Berg gemeißelt wirkt und wohl auch ist und der „Gletscher“ nur noch dank massiver Beschneiung existiert. Hochalpine- dazu noch etwas abgelegene Gebiete gefallen mir einfach. Wenn sich dann noch breite Pistenautobahnen und wenig Betrieb hinzugesellen ist der Skitag perfekt.

Übrigens, der Mölltaler Gletscher, Kärtens einziges Gletscherskigebiet, ist zugleich das höchste Skigebiet im Bereich der Salzuburg Super Skicard – Chapeau!

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