Das erste Mal in Harz: Wurmberg, was sonst

Ich war zum ersten Mal im Harz, entsprechend auch am Wurmberg. Insgesamt, neben dem Sauerland und den belgischen Ardennen erst mein drittes Mittelgebirge. Vielleicht das erste „richtige“.

Der Wurmberg sagte mit natürlich bereits etwas. Zum einen wegen der horrenden Wartezeiten, zum anderen wegen der vor wenigen Jahren erfolgten „Modernisierung“ (aus der Sauerländer Perspektive).
Fangen wir von vorne an, leider mit etwas negativen. Die 5€ Parkgebühr die an der Seilbahn Talstation und vermutlich auch am Hexenritt zu zahlen sind gehen gar nicht. Skifahren und Parkgebühren gehen gar nicht – vor allem wenn man beim Skipasskauf (Tageskarte 28€ – Nebensaisonpreis!) nochmal ordentlich geschröpft wird. Ich hab natürlich trotzdem ohne murren bezahlt…

Die Bergfahrt in der Gondel zieht sich dann etwas, das Verhältnis Streckenlänge/Höhenmeter ist sensationell. Die neue 4er-Sesselbahn wertet das Gebiet enorm auf. Vor der „Modernisierung“ hätten mich wohl keine 10 Pferde hier hergezogen. Ohne die neuen Pisten wäre es dann doch etwas, ja ziemlich langweilig, vor allem auf Dauer und bei der derzeitigen Schneelage. Das man beim Bau auf die Errichtung einer kuppelbaren Anlage verzichtet hat, hat mich an diesem Tag eigentlich nicht gestört. Für ein Mittelgebirge sind die 250m Höhenmeter wirklich respektabel. Dafür sitze ich dann auch gerne 3 Minuten länger im Lift zumal sich auch die zugehörigen Abfahrten sehen lassen können. Die Umfahrung (ca 1200m lang/250 Hm)verdient den Namen nicht und ist eine vollwertige Abfahrt, die Direttissima (ca 1000m lang/250 Hm) ist eine perfekte Piste.
Daneben ist auch der Hang zur Mittelstation durchaus spaßig, vor allem schön lang (ca 1500m/230 Hm). Die Pisten an den Schleppliften haben dagegen eher für mich gewohntes Mittelgebirgsniveau (400m lang/80 Hm). Der Ziehweg welcher sich Talabfahrt schimpft ist ganz OK (1500m lang/170 Hm). Über die geschlossenen Verbindungswege möchte ich jetzt nichts sagen, „Wo ein Rest ist, ist auch ein Weg“ überlasse ich gerne anderen.
Der Harz hat mit generell gut gefallen. Ist ein schönes Mittelgebirge – auch wenn es mit dem Wurmberg und dem Brocken eigentlich nur zwei „richtige“ Berge gibt. Dafür aber eben „echte“ Berge. Vielleicht die einzigen in Deutschland nördlich der Alpen, die diesen Namen überhaupt verdienen. Die Aussicht nach Osten, über den Unterharz ist grandios, der Brocken ist ein echter Brocken.

Kommen wir nun zum Sauerland-Harz Vergleich:
Der Wurmberg kann da auf den ersten Blick nicht Standhalten, gerade mal 5 Beschäftigungsanlagen (darunter ein Doppelschlepper). Das schlagen Winterberg und Willingen um Längen. Andererseits überwindet die Wurmberg-Seilbahn schlappe 400 Höhenmeter. Die gibts im Sauerland überhaupt nicht am Stück! Schon rein topographisch.
Auch die Anzahl der Anlagen ist relativ, lässt man die reine Beförderungskapazität außen vor. In Winterberg würden die Abfahrten an der Hexenritt-4SB wohl von 3 6 KSBs bedient, einmal das untere Flachstück, der obere Steilhang und die Umfahrung. Auch die Mittelstationsabfahrt bietet durchaus Platz für 2-3 Schneewittchenhänge…
Ansonsten lässt sich der Wurmberg vielleicht am ehesten mit Willingen vergleichen, weniger, dafür längere Pisten. Gefällt mir im Grunde genommen besser. Einzig bei Beschneiung, Pistenpflege und Komfort hat das Sauerland klar die Nase vorn.

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