Der EUnsinn mit der Zeitumstellung…

Seit 1980 gilt in Deutschland, nach einer Unterbrechung, wieder die Sommerzeit. Als sogenanntes „Sommerlochthema“ flammt die Diskussion um ihre Abschaffung praktisch jährlich wieder auf. Eine Wutbürgerdebatte?

Sinn oder Unsinn

Eigentlich wurde die Sommerzeit, 1978, zum Energiesparen eingeführt. Mehr Tageslicht im Sommer sollte den Stromverbrauch in Anbetracht der Ölkrise senken. Letztendlich stellte dies ein Nullsummenspiel dar. Ein Argument für die Abschaffung. Auch „klagen“ viele Menschen, alljährlich, über Probleme in ihrem Biorhytmus, bedingt durch das Vor- oder Zurückstellen der Uhr. Letztlich ein Luxusproblem – man denke an die Millionen Menschen die im Schichtdienst arbeiten. Noch weiter gedacht, Millionen Menschen verreisen jedes Jahr, viele auf mehrmals – auch in Länder in anderen Zeitzonen. Urlaubsziele wie Großbritannien, Irland, Griechenland, die Türkei oder Portugal – oder gar auf Fernreisen nach Asien oder Nordamerika. Auf die Spitze bringen es aber Kreuzfahrten, wo theoretisch täglich eine andere Zeit auf der Uhr stehen kann. Da bringen Millionen Menschen freiwillig ihren Biorhytmus durcheinander – kaum zu glauben.

Abstimmungen im Internet

Vor kurzem hat die EU im Internet die Bevölkerung nach der Zeitumstellung befragt. Eine Mehrheit der Abstimmenden ist gegen eine Zeitumstellung, wünscht sich eine immerwährende Sommerzeit. Die Umfrage war nicht repräsentativ, nicht demokratisch. Dennoch hat EU-Kommissionschef Juncker angekündigt das Ergebnis im Europäischen Parlament zur Abstimmung zu stellen – auf Basis einer Internetumfrage. Genauso gut könnte man zukünftig also auch Online-Petitionen berücksichtigen. Hier gibt es wirklich jeden Quatsch… Einen schönen Einblick in die Struktur der im Internet aktiven Bevölkerung geben übrigens die Kommentarbereiche einschlägiger Nachrichtenportale oder auch die sozialen Netzwerke. Man bekommt das Gefühl hier schreibt „der Abschaum der Menschheit“. Wieso also ausgerechnet eine nicht repräsentative Umfrage als Basis für eine Abstimmung in einem nicht repräsentativen Parlament? Im nächsten Jahr stehen Europawahlen an, einfacher könnte man die europäische Bevölkerung kaum befragen. Zudem gibt es alleine in Deutschland 25 Millionen Rentner die, theoretisch, ihren eigenen Biorhythmus leben könnten. Eigentlich also gar nicht betroffen sind. Wie auch immer…  Wir haben ja sonst keine Probleme.

Die Abschaffung der Zeitumstellung hat Konsquenzen

Zeitumstellung in Deutschland.
Zeiten von Sonnenauf- und untergang an ausgewählten Orten in Deutschland, im Uhrzeigersinn, Flensburg, Schwedt (Oder), Passau, Freiburg (Breisgau), Aachen. Schwarz: Sonnenauf- und -untergangszeiten am 1. Juli und 1. Januar nach derzeitiger Regelung, blau bei immerwährender Normalzeit (Winterzeit), grün bei immewährender Sommerzeit.

Ich muss gestehen. ich bin mit dem Status Quo, Sommer- und Winterzeit, eigentlich ganz zufrieden. Ich kenne aber auch nichts anderes. Ich lebe in Bremerhaven. Die nördliche Lage sorgt hier für erhebliche Unterschiede zwischen Sommer- und Winterhalbjahr, die in anderen Regionen Deutschlands bei weitem nicht so ausgeprägt sind.
Nach derzeitigem Stand, mit Sommer- und Winterzeit geht am Tag der Sommersonnenwende, dem 21. Juni, geht die Sonne in Bremerhaven um 4:56 auf und um 21:59 unter. Die Tageslänge beträgt stolze 16 Std. 57 Min. Zur Zeit der Wintersonnenwende, am 21. Dezember geht die Sonne um 8:40 auf und um 16:07 unter. Die Tageslänge beträgt nur 7 Std 27 Min.
Würden nun, wie gewünscht, immer die Sommerzeit herschen, hätte dies nur im Winter Konsequenzen. Sonnenaufgang um 9:40 und Untergang um 17:07. Dies hieße für „normale“ Arbeitnehmer sowie Kinder aufstehen mitten in der Nacht. Ob das so gut für den Biorhytmus ist? Ähnliches gälte bei immerwährender Winterzeit – Sonnenaufgang um 3:56 – super oder?

5 Kommentare zu „Der EUnsinn mit der Zeitumstellung…

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    1. Die alljährliche Debatte nervt mich ebenso. Die Umstellung hat eben noch mehr Auswirkungen als „Stromsparen“. Wie viele Monate im Jahr sollen denn Schulkinder im dunklen zum Unterricht gehen?

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  1. Meine Söhne und ich würden uns über eine Stunde mehr Licht am Abend freuen. Dann wäre es nicht immer so dunkel auf dem Spielplatz. Und ob der Sonnenaufgang morgens um 6 oder 7 Uhr stattfindet ist doch egal.

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