Das Desaster der Elbquerung

Die großen Flussmündungen in Norddeutschland sind bedeutende Verkehrshindernisse, allen voran die Elbe. Während sowohl Ems, als auch Wesermündung untertunnelt sind, auf der Weser unterhalb von Bremen ganze 5 Fährverbindungen bestehen, steht die Elbe als größtes und längstes Ästuar hinten an. Die erste, feste Elbquerung liegt erst 100km hinter ihrer Mündung – der Hamburger Elbtunnel. Flussaufwärts findet sich nur eine einzige Autofähre, die Verbindung zwischen dem schleswig-holsteinischen Glückstadt und dem niedersächsischen Wischhafen. Die Verbindung zwischen Cuxhaven und Brunnsbüttel ist inzwischen, wieder einmal eingestellt – nicht rentabel.

#Stau Elbtunnel Hamburg
Stau vor dem Hamburger Elbtunnel, das ewige Nadelöhr.

Kann man hier die Rentabilität als Argument gelten lassen? Gilt gleiches nicht auch für diverse Autobahn- und Bahnabschnitte? Warum gibt es zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein keine feste Querung? Warum gibt es keine Fährverbindung, die an stark frequentierten Tagen noch Reserven hat, die bei niedrigem Wasserstand nicht den Betrieb einstellen muss? Warum legt man dieser privat betriebenen Fähre dann auch noch Steine, durch eine weitere Elbvertiefung und der damit verbundenen Absenkung des Niedrigwassers, in den Weg? Ich kann es nicht verstehen.

#Schlick Elbfähre Glückstadt Wischhafen
Die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen pflügt sich durch den Schlick der Wischhafener Süderelbe.

Am gestrigen Sonntag gab es am Mittag Wartezeiten von 2 Stunden auf der Strecke Glückstadt-Wischhafen, von 14:30 – 16:30 musste der Betrieb wegen Niedrigwassers komplett eingestellt werden.  An einem langen Wochenende, zur Ferienzeit. Zur gleichen Zeit staute sich der Verkehr vor dem Hamburger Elbtunnel mehr als Dutzend Kilometer. Erst über Landstraßen nach Glückstadt, dann über Landstraßen nach Hamburg um dort auf der Autobahn, vorm Elbtunnel, im Stau zu stehen um dann anschließend mit großem Umweg nach Hause zu gelangen.


siehe auch:

7 Kommentare zu „Das Desaster der Elbquerung

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  1. Tja, das ist das Leid eines Autofahrers, aber wir sollen ja auch mit der Bahn fahren… 😂😂😂
    Nur, das sie unpünktlich und dreckig ist und weder Hitze noch Kälte mag.
    Lieben Gruß, Ewald

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    1. Tja, das Leid des Bahnfahrers ist hier ein ganz ähnliches, denn dieser kommt vor Hamburg auch nicht über die Elbe und das heißt aus Bremerhaven in Richtung Schleswig-Holstein fahrend (und auch fast alle anderen Richtungen, so es denn übergaupt eine Verbindung gibt) allem eins, umsteigen, umsteigen und nochmals umsteigen.
      Das sage ich als ehemaliger und heute nur noch gelegentlicher Bahnfahrer, damals noch im Ruhrgebiet…

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  2. Ja, warum?
    Der Hamburger Wahn „Al´ mien!“ hat ja selbst von Erstplanung des HH Elbtunnels an dort eine sinnvolle Lösung = gleich hinreichende Zahl von Röhren plus Röhre für die Bahn! verhindert.
    Und bei der Erweiterung gleich wieder …
    Und nun, wo „eigentlich“ eine Querung Elbe-abwärts kommen soll, stellen sich die Planer nicht als Gesetzes-fest heraus. Permanente Missachtung (oder ist das Dummheit oder Beides?) des Rechtsspektrums führt – wieder und wieder – zu entsprechenden Gerichtsurteilen.
    Das sind nicht die Umweltverbände …
    Wir dürfen gespannt sein – und weiter warten.

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    1. Schuld ist ganz klar eine völlig verfehlte Verkehrsplanung. Das sich eine wichtige, die wichtigste Straßenverbindung nach Nordeuropa zusammen mit dem Binnenverkehr einer Millionenstadt durch so ein schmales Nadelöhr zwängen muss – ohne Ausweichmöglichkeit, mir ist nichts ähnliches bekannt. Die angedachte Flussquerung einer „Küstenautobahn“, die es selbst noch nicht gibt und die es eigentlich auch nicht braucht, ist für mich derzeit nur ein Strohfeuer am Horizont. Bis da etwas passiert werden sich noch dutzende Gerichte mit unzähligen Klagen befassen müssen…
      Fakt ist für mich nur, es braucht eine oder mehrere, leistungsfähige Querungen, gerne auch per Fähre.
      Schleswig-Holstein und Dänemark werden mich in naher Zukunft nicht mehr wiedersehen – was ich sehr schade finde. In 7 Stunden bin ich an den Alpen – oder eben an der Schlei. Die Elbe muss aus dem Hamburger Würgegriff befreit werden, in jeglicher Hinsicht.

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