Illegal am Weserstrand?

Wir haben es getan. Wir sind am Osterwochenende nicht Zuhause geblieben, haben einen kleinen Ausflug gemacht. Man kann ja schließlich nicht immer in der Wohnung sitzen, inkl. Home Office und warten bis einem die Decke auf den Kopf fällt. Die Spaziermöglichkeiten: Seedeich, Weserstrandbad, Luneplate und Geesteniederung, nicht zu vergessen die diversen Bremerhavener Parkanlagen, sind zwar nett – aber unsere Sinne verlangen nach Abwechslung. Die kann uns heute auch nicht die Wurster Nordseeküste bieten, uns ist nach Sand, weiten, einsamen Stränden. Der Plattdeutschen Karibik an der Weser. Den Strandabschnitt zwischen Käseburg und Oberhammelwarden.
Zwar wissen wir nicht wirklich ob wir überhaupt dorthin dürfen – wir erinnern uns, die Cuxhavener Strände sind für uns Bremerhavener tabu. Aber dort wo man sogar in den Sommerferien die Corona-Abstandsregeln mühelos einhalten könnte wird es wohl keine Probleme geben. So ist es auch. Zwar werden wir am eigentlichen Parkplatz von einer übereifrigen Einheimischen verscheucht (fragt sich wie Einheimisch man sein kann wenn man mit dem Auto anreist?), aber das lässt und kalt. Auch den „nett gemeinten“ Hinweis auf Polizeipatrouillen ignorieren wir, leider ohne spontan zu kontern. Falls hier wirklich von Steuergeldern bezahlte Ordnungshüter „aufpassen“ sollten, haben wir ein weit größeres Problem als das Corona-Virus…
Aber wie auch immer, in Zeiten von Touristenverboten kommen die Menschen, die ohnehin lieber heute als morgen und für immer auf „Fremde“ verzichten würden natürlich voll auf ihre Kosten. Die Platzhirsche sind die Ordnungshüter von heute, hoffentlich nicht auch von Morgen.
Es kommt wie es kommen musste, der Strand ist so leer wie immer. Während unseres Spaziergangs begenen uns nicht einmal eine Handvoll Menschen mit gebührendem Abstand. Die Sonne scheint von einem mit Schäfchenwolken gesprenkelten Himmel. Vor uns plätschert die Unterweser träge gen Nordsee. Das Leben kann so schön sein, auch während einer Pandemie.

 

7 Kommentare zu „Illegal am Weserstrand?

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  1. Ich kann das sehr gut verstehen. Wir gehen auch jeden Tag wenigstens eine Runde an die frische Luft und hin und wieder zieht es uns für einen Spaziergang zumindest doch so weit weg, dass wir das Auto benötigen. Die Abstandsregeln sind dort wesentlich leichter einzuhalten als auf unserer Hausrunde, wo sich inzwischen immer weniger Leute an das Kontaktverbot halten.

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  2. Ich denke, Du bist bei Weitem nicht der Einzige, der bewusst oder unbewusst Ausgangsbeschränkungen ignoriert, zum Einen, weil es immer unklarer wird, was man darf und was nicht und zum anderen, weil viele der Regeln nicht nachvollziehbar sind.
    Wir gehen auch oft raus – allein zu zweit in die Wälder. Und gewiss nicht nur in die direkt hinterm Haus.

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  3. Ich glaub, ich fahre erstmal nicht mehr ins Cuxland, mittlerweile bin ich über die Strandsperrung ziemlich angefressen – Abstand halten tun wir doch alle sehr zuverlässig habe ich festgestellt. Tolle Bilder, tolle Story. LG Maren

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