Corona-Depression?

Draußen herrscht das schönste Frühlingswetter, Sonne von früh bis spät, alles blüht und duftet – die Natur erwacht. Bis auf die Tatsache, dass durchaus mal wieder etwas Regen willkommen wäre, könnte es schöner nicht sein. Doch drinnen im Haus, im Kopf, da regiert so etwas wie die Corona-Depression.
Ja ich weiß, das ist Jammern auf hohem Niveau. Andere Menschen haben weit größere Probleme, ja Existenzängste. Das ändert aber nichts an meinem persönlichen Empfinden, denn das ist in „normalen“ Zeiten auch nicht anders, wenn auch auf einem anderen Niveau.

Über zwei Wochen sitze ich nun Zuhause im Home Office – und das wird auch noch bis mindestens Anfang Mai so bleiben. Ich vermisse schon jetzt mein Büro, vor allem meine Arbeitskollegen. Die Arbeit, ganz allein, ist einfach eine andere – auch wenn sie sich, rein fachlich bezogen, nicht geändert hat, die Tätigkeit mir immer noch Freude bereitet.
Das deprimierende an diesem Zustand ist die Perspektive, auch in Kombination mit den eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten. Ein bedrückendes Gefühl im Unterbewusstsein.  Mein Sozialleben ist auf einen Menschen und einen Hund reduziert. Der Rest hat sich ins Netz und ans Telefon verlagert. Das ist zwar nicht unbedingt neu, allerdings nicht über Wochen und Monate und als ein aufgezwungener, verordneter Zustand. Der Ausbruch war jederzeit möglich – und das ist anders.
Dazu gesellen sich geschlossene Grenzen und eingeschränkte Freizeit- und Reisemöglichkeiten. Kein Urlaub am Horizont der Woche für Woche näher rückt, auf den man sich freuen, an den man sich hochziehen könnte. Da helfen auch die seit diesem Monat geltenden, zaghaften Lockerungen nicht weiter.
Wann können wir in etwas zurückkehren, dass zumindest Ähnlichkeit mit unserem früheren Leben hat? In der Woche am Schreibtisch, am Wochenende auf der Couch – alles in den gleichen 4-Wänden. Irgendwie ist jeder Tag gleich. Mal ist das entschleunigend, mal langweilig. Das ist meine neue Realität.

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