Schlosshotel Burg Fernsteinsee

Wer wollte nicht schon immer mal schlafen wie ein König? Noch dazu in einem echten Schloss – mit Geschichte. All jenen bietet sich hier die Gelegenheit dazu.
Früher wurden hier Wegezölle eingetrieben und Schlachten geschlagen. Die ältesten Teile des Schlosses stammen aus dem Hochmittelalter. Später lies es sich der Bayerische Märchenkönig, Ludwig II. hier gutgehen. Heute stehen die historisch eingerichteten Zimmer und Suiten im  Schlosshotel Fernsteinsee für jedermann offen.

Aus der Geschichte

Der Fernpass ist bereits seit Vorgeschichtlicher Zeit eine vielbegangene Alpenquerung. In der Römerzeit wurde der frühere Saumweg zur „Via Claudia Augusta“ ausgebaut. Spätestens im Mittelalter wurde die Passtraße um Sperranlagen ergänzt.

Eine dieser Sperranlagen ist die Burg Fernstein, der mittlerweile ruinöse Wohnturm, oberhalb der heute erhaltenen Gebäude. Er stammt aus dem 13. Jahrhundert im Hochmittelalter und war teil einer Sperre zur Sicherung des Fernpasses. Diese Sperrmauern reichten bis zur Straße am Ausfluss des Fernsteinsees.

An der Straße entstand, unter Erzherzog Sigmund von Tirol, im 14. Jahrhundert das sogenannte Niederhaus. Dieser Gebäudekomplex beinhaltete eine weiter ausgebaute Klause, Zollstelle, Wirtshaus und eine Waffenkammer. Außerdem errichtete der Landesfürst eine Herzogskammer sowie Ställe für bis zu 70 Pferde. Dafür erhielt er den Beinamen „der Münzreiche“. Dieses Niederhaus wurde mehrfach baulich erweitert und verändert. Nach dem Bau des Niederhauses wurde, 1478 in direkter Nachbarschaft, die spätgotische Vierzehn-Nothelfer-Kapelle errichtet. Die Reisenden beteten hier vor dem gefährlichen Anstieg zum Fernpass oder bedankten sich, wenn der Abstieg ohne Probleme gelungen war.

Mitte des 15. Jahrhunderts verlegte König Ferdinand I., der späterer Kaiser die Passtraße vom Talgrund an den Berghang. Dies machte neue Sperranlagen notwendig. Damals wurde auch jener Bau errichtet, aus dem das heutige Schloss hervorging Das dreistöckige Klausengebäude wurde in Hanglage, unterhalb des alten Wohnturms, direkt über der neuen Passstraße neu erbaut.  Südlich des Klausengebäudes, auf einem Felsen, wurde anschließend das sogenannte Schreiberhaus ergänzt.

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Schloss Fernsteinsee, oben die Ruine der Burg Fernstein, links das Schreiberhaus, rechts das Klausengebäude.

Im Jahre 1552  kam es zu einer ersten Bewährungsprobe für die Sperranlagen. Sie hielten den von Bayern einfallenden Kurfürsten Moritz von Sachsen mit seinen Truppen lange genug auf, um den Kaiser, Karl V., die Flucht aus Innsbruck zu ermöglichen.

Als die Zollstätte 1780 direkt an den Pass verlegt wurde, nahm die Bedeutung von Fernstein ab. Die Burg wurde versteigert. 1856 wurde die Fernpasstraße an ihren heutigen Standort verlegt.

Im Zuge des romantisierenden Historismus,  der so genannten Neorenaissance gegen Ende des 19. Jahrhunderts, wurde das Schloss umgebaut.  Die Innenräume wurden getäfelt, das Schreiberhaus mit zwei flankierenden, dreistöckigen Rundtürmchen ergänzt. Auch am Niederhaus wurden Rondelle hinzugefügt.

König Ludwig II. von Bayern, der Märchenkönig,  war vom Zauber dieses Ortes ergriffen, so dass er zu jeder Jahreszeit diese Idylle genoss und sich hier zwei kostbar möblierte „Königszimmer“ einrichten ließ, eines in Blau, das andere in Rosa.

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Schloss Fernsteinsee vom gleichnamigen See aus gesehen.

Das Schloss heute

Seit 1960 ist die Burg Fernstein im Besitz der Familie Köhle, die hier heute das Schlosshotel Fernsteinsee betreibt. Neben dem Hotelgebäude im Tal, wird auch das Schloss genutzt. Im Klausengebäude befinden sich einige Zimmer, im Schreiberhaus zwei Suiten. Die historistische Ausstattung ist noch teilweise erhalten. Das Niederhaus dient heute als Wirtschaftsgebäude.

Fast jeder Tirolurlauber kennt sie, die Fernpasstraße. Am Wochenende ein stark befahrenes, stauträchtiges Nadelöhr. Kaum jemand nimmt die Burg und die angrenzenden, traumhaften Seen wirklich war. Fast niemanden ist bewusst wie schön, ja ruhig es hier ist. Das König Ludwig II. zugeschriebene Zitat: „Auch für zahllose andere Menschen… wird eine Zeit kommen, in der sie sich nach einem Lande sehnen und zu einem Fleck Erde flüchten, wo die moderne Kultur, Technik, Habgier und Hetze noch eine friedliche Stätte weit vom Lärm, Gewühl, Rauch und Staub übrig gelassen hat“ – es hat noch heute Gültigkeit.
Die romantische Lage, inmitten der Berge, an glasklaren Seen und die oppulent ausgetatteten Hotelzimmer fügen sich nahtlos zu einem unvergesslichen Urlaubserlebnis zusammen. Das nebenan die vielbefahrene Fernpasstraße liegt ist kaum wahrnehmbar, schnell vergessen.

Reiseübersicht:


2017-09-11-13 3-Länder, 3-Jahreszeiten Alpentour

Als Sommer-Wander-Seentour geplant entwickelte sich die Reise, je näher der Termin rückte, mehr und mehr zur…

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