Quo Vadis Skiliftkarussell?

Es war einmal das Skiliftkarussell Winterberg. Das größte Skigebiet im Sauerland. Deutschlands modernste Skischaukel. Fast jedes Jahr ein neuer (Sessel)lift. Eine massive Beschneiungsanlage auf dem neuesten Stand der Technik , bestens präparierte Pisten. Nein, dies ist kein Abgesang.

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Warteschlangen sind im Skiliftkarussell die Regel

Das Skiliftkarussell ist quasi mein Hausskigebiet. Viele Tage habe ich dort schon auf den Brettern gestanden, viele Kilometer auf Wanderwegen, in Wald- und Wiesen und auf Pisten zurückgelegt und sogar den Bau neuer Anlagen aufmerksam verfolgt. Auch wenn meine Besuche in den letzten Jahren weniger wurden und immer noch werden, wage ich zu behaupten, dass ich dort „jeden Baum“ kenne.
Heute ist das Skiliftkarussell auf dem neuesten Stand der Technik. Alle relevanten alten Lifte sind ersetzt worden. Praktisch alle Hänge werden künstlich beschneit.

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Neues Doppelförderband am Poppenberg-Südhang

Stärken und Schwächen

Natürlich sind mir auch die Schwachpunkte bewusst. Da wäre einmal – die Lage. Dieser Punkt ist unabänderlich. Die Berge sind niedrig, die Pisten kurz und oft auch flach.
Der andere ist hausgemacht. Viele Pisten sind für die neuen, kapazitätsstarken Anlagen einfach viel zu schmal und/oder zu voll. Dem Andrang nicht gewachsen. Dies gilt leider auch für die Neuerschließungen am Sürenberg und den Schneewittchenhang. Hier stehen alle Zeichen auf Massenabfertigung, nicht primär auf dem größtmöglichen Spaß des Kunden. Auf der einen Seite verständlich, müssen die Winterberger Hänge doch aufwändig und kostenintensiv beschneit werden um überhaupt befahrbar zu sein. Auf der anderen Seite – langweilig. Quasi jede Piste folgt dem einfachsten Weg, direkt am Lift entlang.

Nachdem ich mich längst mit diesen Mankos angefunden hatte kommt nun ein neues, viel gravierenderes dazu. Bestach das Skiliftkarussell früher mit Serviceorientierung, auch an wenig frequentierten Tagen, unter der Woche und in der Nachsaison, scheint sich dies nun zu ändern. Liefen früher eigentlich immer alle Lifte, sofern möglich, auch spontan, nach starken Schneefällen im November ist das inzwischen Geschichte. Spontan geht nicht mehr obwohl ein Großteil der Arbeitskräfte an den Liften aus Saison- und Teilzeitbeschäftigten besteht (Jaja ein Skigebiet für sich schafft gigantisch viele, gut bezahlte Arbeitsplätze). Diese früher war alles besser Geschichte. Vielleicht aber auch nur in meinem Kopf.

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Sürenberg als erster am Morgen – ein (kurzer) Traum.

Das einige Pisten quasi nie, andere häufiger, einige quasi immer gut gewalzt sind – geschenkt. Das war (gefühlt) immer so und hat sich eigentlich auch nicht geändert. Ich nenne da einfach mal die Hänge Büre-Herrloh, Kappe und Poppenberg – bewusst in dieser Reihenfolge. Der eine gibt sich Mühe, dem anderen ist es gelinde gesagt scheiß egal.

Erst falsch informiert worden, dann belogen

Ein neuer Punkt sind die Liftöffnungszeiten. Wenn man auf der Homepage angibt, dass eine Anlage zu ab einer bestimmten Uhrzeit läuft, dann erwarte ich das als zahlender Gast auch ganz einfach.  In letzter Zeit ist mir das häufiger passiert und das finde ich mehr als ärgerlich. Da gibt es für mich keine Ausreden.
Das ein Lift, der aber sowohl auf der Homepage als auch auf den großen Informationstafeln als in Betrieb befindlich gekennzeichnet ist, den ganzen Tag über gar nicht läuft. Dies offensichtlich auch garnicht geplant war (Piste nicht präpariert, Drehkreuze zugehangen) ist kaum entschuldbar. Die Rede ist vom Landallift, praktischerweise direkt hinter meiner Unterkunft gelegen. Ohne groß zu überlegen fahre ich dorthin ab und darf dann mangels Aufstiegshilfe den Piste hochkraxeln. Zwar ist der Hang selbst für hiesige Verhältnisse nicht allzulang aber das spielt keine Rolle. Der Höhepunkt stand da aber noch bevor. Eine kleine Beschwerde meinerseits in einem bekannten Social Network.

Ich zitiere einfach mal den Nachrichtenverlauf vom 18.12:

Christian Neuhäuser:
„Wieso werden Lifte, sowohl auf der Homepage, als auch auf den Informationstafeln, als in Betrieb befindlich angezeigt wenn sie dann doch nicht laufen – und zwar immernoch? Ich wohne im Landalpark, bin heute morgen von der Unterkunft zum gleichnamigen Lift abgefahren und stand dann vor verschlossener Tür. Es sah mir nicht danach aus, als hätte man vor gehabt den Lift überhaupt in Betrieb zu nehmen. Ich musste dann wohl oder übel laufen. Insgesamt hat mich das sicher 15-20min gekostet, an einem Neuschneetag wie heute. Ich finde das ganze ziemlich ärgerlich!“

Skiliftkarussell Winterberg:
Der Sürenberg-Lift läuft. Der Landal-Lift nicht. So ist es auch eingetragen.
Christian Neuhäuser:
Screenshot_Skiliftkarussell_Status
Screenshot von meinem Handy vom frühen Mittag (Landalift ist der zweite von oben)
Homepage am frühen Mittag (Ist also nicht so eingetragen)
Screenshot_Skiliftkarussell_Statusanzeige

Infotafel bei Möppi gegen 10 Uhr (Ist also nicht so eingetragen, s.o.)

Skiliftkarussell Winterberg:
Der Lift war am Morgen aufgrund eines technischen Defekts vorübergehend als aktiv angezeigt. Dies wurden dann direkt korrigiert.

Ich fahre seit vielen Jahren in Skiliftkarussell und habe dabei auch einige Menschen kennenlernen dürfen, in der Regel ebenfalls Wintersportler, zum Teil aus der Gegend. ein Teil davon ist inzwischen, mehr oder weniger für das Skigebiet bzw. einzelne Liftbetreiber tätig. Da es, durch Social Media, natürlich auch noch andere kommunikationswege gibt, kann ich sagen: Nein, ein technischer Defekt lag da defintiv nicht vor – jedoch menschliches versagen. Pech für mich, den Kunden. Kann passieren, ich kann damit leben.  Schwerer fällt es mir da aber, wenn ich belogen werde.

Ich muss dazu sagen, ich war an jenem Morgen, ob oben beschriebener Situation ziemlich angefressen. Mochte es also garnicht für „dumm“ verkauft zu werden, ja verarscht. Der Vor bzw. Nachteil von Social Media und des Internets ist, dass man persönlich garnicht anwesend sein muss. Ich nehme einfach mal an, jeder kennt Internet- und Webcamhelden. Wenn aber die Socialmediaabteilung eines Skigebietes gar nicht vor Ort ist und zumindest teiweise auch gar keinen Bezug zum Wintersport hat – der Kunde aber schon, dann ist dies eine ziemlich schlechte Position.

Christian Neuhäuser:
Selbst wenn eso so wäre wie sie schreiben (was ich kaum glaube…), Ihr Fehler ist dann mein Pech?? Ich schrieb es schon woanders, ich mag es garnicht für blöd verkauft zu werden. Ein „Entschuldigung das war ein Fehler“ hätte mir vollkommen gereicht. Das dann zunächst mir, als zahlenden Kunden und Gast der schwarze Peter zugeschoben wird, das ganze dann nochmal revidiert wird um einen anderen Grund vorzuschieben geht einfach garnicht. Um halb 9 habe ich auf die Homepage geschaut, Lift steht als in Betrieb befindlich dort, aktualisierung Sonntag nach Liftschluss. Mindestens um 12 Uhr ist die Homepage aktualisiert, 9:30, Lift steht weiterhin als in Betrieb befindlich dort. Das ist kein technischer Fehler, das ist menschliches Versagen.

Skiliftkarussell Winterberg:
Lieber Herr Neuhäuser! Wir haben diesen Sachverhalt nun aufgeklärt. Zu technischen Defekten kann es immer wieder kommen. Leider. Die Kollegen haben den Fehler gegen Mittag behoben.

Soweit so gut. Ich habe dann (öffentlich) kleinbei gegeben und mich nicht weiter dazu geäußert. Man hat sich weder entschuldigt (was mir gereicht hätte) noch mich irgendwie entschädigt. Serviceorientierung eben. Ab dem nächsten Morgen durfte ich dann, trotz Unterkunft neben der Piste den zu Fuß gehen, das hatte mich mir und sicher auch andere Gäste des Ferienparks, anders vorgestellt.

Und sonst so

Und sonst? Alles wie gehabt, wie erwartet. Wie schon geschrieben kenne ich im Skiliftkarussell gefühlt „jeden Baum“. Ein Vormittag im Skigebiet Winterberg reicht mir inzwischen mehr als aus, gerade wenns am nächsten Morgen wieder weitergeht. Danach langweilie ich mich. Dank der Schneelage waren quasi alle Pisten in super Zustand, meine Favoriten am „Bei Möppi“, am „Quick Jet“ und an der Kappe auch ansprechend präpariert. Läuft alles nach Plan sind wir vor Weihnachten wieder vor Ort.

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