Am Elbstrom: Natureum Niederelbe & Die Welt der Wale

Eines Tages stieß ich, mehr oder weniger zufällig, auf das Natureum Niederelbe. An einem anderem, einem schönen Herbsttag entschieden wir dann dem Freilichtmuseum einen Besuch abzustatten. Ohne unser Wissen, weilte zu dieser Zeit die Sonderausstellung „Abgetaucht – die Welt der Wale“ im Natureum. Nach unseren eindrücklichen Erfahrungen beim Whale-Watching in Island, ein wunderbarer Glücksfall.

Das Natureum Niederelbe

Horizonte erweitern – Küste erleben

Das Freiluft Museum liegt auf einer Halbinsel, an der Mündung der Oste in die Elbe, gefühlt an der Nordsee, unweit des Örtchens Balje mitten im Nirgendwo. Das Natureum besteht aus zwei Gebäuden mit Daueraustellungen, einem- mit Sonderausstellungen sowie aus einem 10 Hekar großen, abwechslungsreich angelegtem Parkgelände mit Freilichtausstellungen, Tiergehegen, und Wanderwegen. Hunde sind im Natureum erlaubt, dürfen aber nicht mit in die Ausstellungsräume.

Eingangshalle „KüstenWelle“

Walskelett Skelett Powall Natureum Niederelbe
Großes Pottwalskelett in der Einganshalle des Natureum Niederelbe. Der Wal strandete 1997 an der Nordseeküste bei Cuxhaven.

Die Eingangshalle „KüstenWelle ist gleichzeitig auch Austellungsraum. Neben einigen Aquarien und Terrarien des Küstenzoos ist hier sicherlich das imposante Skelett des 1997 in Cuxhaven gestrandeten Pottwals zu nennen. Neben dem Skelett wird die traurige Geschichte der damaligen Strandung sowie der Weg des Skelettes in das Museum anschaulich erläuert. Auch die Gefahren die vom Müll in den Ozeanen auf die Meeressäuger ausgeht kommen nicht zur kurz – etliche Kilogramm wurden im Magen des Pottwals gefunden.Auch im Januar 2016 strandete eine Gruppe von Pottwalen an der Nordseeküste. Ein Exemplar im Wattenmeer vor Cuxhaven. Den Besuch am Kadaver haben wir uns damals nicht entgehen lassen.

Freiluftgelände

Elbe-Küstenpark

Gleich hinter der Eingangshalle beginnt das große Freiluftgelände. Der parkähnliche Außenbereich zeigt verschiedene Vegetationsflächen, interaktive Stationen sowie die geologische Vergangenheit der Küstenregion an der Unterelbe. Natürlich gibt es auch einen großen Spielplatz. Da alles sehr kindgerecht aufbereitet ist, hält sich der Informationsgehalt für Erwachsene leider manchmal in Grenzen. Dafür kann man sich aber in der Herbstsonne schön die Füße vertreten und die schöne Anlage genießen.

Vogelbeobachtung

Das Natureum liegt in mitten in einem weitläufigen Feuchtgebiet, den Mündungen von Elbe und Oste. Sowohl während der Brutzeit als auch während der Zeit des Vogelzugs sind hier viele, teils seltene Vogelarten anzutreffen. Um den Tieren näher zu kommen, ohne aber dabei zu Stören, stehen zwei Beobachtungstaionen mit Blick auf die Außendeichsflächen, die Salzwiesen und das Ostewatt bereit.

Ostewatt Ostemündung Elbe
Die Salzwiesen im Außendeichsbereich, dahinter die Ostemündung und die Unterelbe. Im Hintergrund ist das Ufer in Schleswig-Holstein zu sehen.

Küstenzoo

Neben den Ausstellungen beherbergt das Natureum auch den Küstenzoo. Dieser zeigt eine Auswahl aus einheimischen uns selten gewordenen Tierarten, im Außengelände vor allem Nutztiere. In der Eingangshalle finden, der „KüstenWelle“ werden dagegen vor allem einheimische und exotische Meerestiere sowie Insekten gezeigt.

Küstenmuseum

Im Hauptgebäude, am Nordrand des Natureums, liegt das sogenannte Küstenmuseeum. Die Daueraustellung „Lebensader Elbstrom“ informiert anhand von Exponaten und interaktiven Stationen über den einzigartigen, aber bedrohten Lebensraum der Elbmündung. Die Grenze von Süß- und Salzwasser hat große Bedeutung für Zugvögel und Wanderfische. Gleichzeitig ist der Elbstrom aber auch Zufahrt zum Hamburger Hafen und zur Ostee, Drehscheibe für den golbalen Handel – was nicht ohne Konflikte bleibt. So bleibt die umstrittene Elbvertiefung nicht ohne Folgen für den Lebensraum Wattenmeer. Die Aufhöhung des Wattbodens vor Cuxhaven ist da nur ein Puzzlestück.

Balje Walskelett Wal Natureum Niederelbe
Skelett eines Nördlichen Entenwals in der Dauerausstellung.

Von besonderem Interesse für uns war natürlich das Skelett des 1913 in Freiburg gestrandeten Entenwals. Im letzten Sommer konnten wir zufällig drei dieser Tiere im isländischen Hrutafjord beobachten. Von Angesicht zu Angesicht ließ sich so die Größe und Masse dieser Meeressäuger noch einmal besser nachvollziehen. Da draußen eine Veranstaltung mit vielen Kindern im Gange war, unser Hund leider nicht in das Gebäude durfte, ließen wir die Ausstellung „Bernstein-Gold der Küste“ aus.

Die Welt der Wale

Noch bis November ist im Natureum Neiderelbe die Sonderausstellung „Die Welt der Wale“ zu sehen. Neben Skeletten und Modellen findet sich hier allerlei Wissenswertes über die Meeressäuger ihre Lebensweise und ihre Gefährdung durch Umweltverschmutzung und Jahrhundertelangen Walfang. Hihlights sind hier sicherlich die Walskelette, vor allem die gigantischen Kieferknochen eines Blauwals.


Fazit: Im Natureum kann man schönem Wetter einen herrlichen Tag verbringen. Die Ausstellungen sind durchaus kurzweilig, das Gelände weitläufig und toll angelegt. Gerade für Familien und Kinder wird hier viel Geboten. Für tiefer am Motto interessierte gibt es, abgesehen von einigen Ausstellungsstücken, wenig neues zu entdecken – was im Internetzeitalter nunmal die Realität ist.


Querverweise


siehe auch

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