Skiberg Venet: Wächter des Inntals

Im oberen Inntal, am nördlichsten Rand der Ötztaler Alpen erhebt sich ein markanter, exponierter Bergstock, der Venet. Zwischen Kauner-, Pitz- und Inntal gelegen bildet er das Nordende des Kaunergrats östlich von Landeck und Zams. Höchster Gipfel ist die Glanderspitze (2.505m). Der Venet ist Namenspate eines kleinen Skigebietes rund um den Krahberg (2.208m). Das Wintersportgebiet steht deutlich im Schatten der benachbarten Skiarenen, wie etwa dem Arlberg oder Serfauss-Fiss-Ladis, trotz günstiger  Skipässe und reichlich Platz auf den Pisten.
Ähnlich wie am Vortag, in Hochimst eschließen hier wenige Lifte ein Wintersportgebiet mit vielen Höhenmetern. Zwischen der Talstation Riefenal (954m), nur knapp oberhalb des Inntals und der Bergstation der Weinbergbahn (2.206m) liegen weit mehr als 1.000 Höhenmeter. Diese lassen sich an einem Stück abfahren, womit man auf eine respektable Pistenlänge von fast 6km kommt. Nicht schlecht.

#Venet Rifenal Skigebiet 2020
Ankunft am Venet, Talstation Rifenal auf nur 972m. Sieht schlimm aus und das ist es auch. Die Talabfahrt ist nur Dank Kunstschnee möglich – rundherum alles grün. Willkommen in der neuen Welt.

Von Rifenal zum Krahberg

Kurz vor dem kleinen Dörfchens Rifenal, nur knapp über dem Talboden des Inntals, liegt mein Einstiegspunkt ins Skigebiet. Weitere Einstiegsmöglichkeiten bieten die Venet-Seilbahn in Zams (allerdings ohne Abfahrtsmöglichkeit), sowie die mit dem Auto nur umständlich erreichbare Sesselbahn Venet-Süd.
Das Wetterglück ist mir heute ein wenig abhanden gekommen. Es ist trüb und diesig, die Bodensicht ist ebenso wie die Fernsicht nicht besonders gut – dafür aber immerhin trocken. Wie gehabt ist es in diesem, sogenannten, Winter, viel zu mild. Nach einer frostigen Nacht steigen die Temperaturen schnell über den Gefrierpunkt. Entsprechend ist der Schnee im Tal knapp, eigentlich gar nicht vorhanden. Die Abfahrt bis Rifenal ist nur dank Kunstschnee möglich, aber auch etwas weiter oben sieht es ähnlich aus.

Panoramaberg Venet

Oben angekommen genieße ich erst einmal das Panorama. Auch wenn das Wetter nicht perfekt ist, tiefhängende Wolken und Dunst die Sichtweite verringern,  die Aussicht vom bleibt grandios. Grund dafür ist die Lage des fast einzeln stehenden Bergstocks des Venet. Tief unten, fast 1500m unter mir, das tief eingeschnittene, nahezu schneefreie Intal. Im Norden die Kalkalpen, im Süden die Zentralalpen.

Venet Süd – die Sonnenseite

Die Südseite des Venet ist sanfter als der Norden, die Pisten eher einfach. Dazu kommt, hier auf der Sonnenseite ist der Schnee recht knapp, die Zufahrt zur Sesselbahn Venet-Süd nur per Skiweg möglich – und der zieht sich sprichwörtlich, macht sogar mehr als die Hälfte der ganzen Abfahrt aus, die immerhin knappe 5 Kilometer in der Länge misst und dabei eine stattliche Höhendifferenz von 700m überwindet. Schön fürs Auge, das Panorama ist umwerfend, sowie für Freunde von Gleitwegen. Der sportliche Mehrwert ist eher gering. Dazu kommt die lange Bergfahrt, denn die beträgt in der langen und langsamen Sesselbahn nahezu eine Viertelstunde. Mehrfach hintereinander muss das also eher nicht sein. Ist man auf dem langen Ziehweg also bereits merklich ausgekühlt, fängt man in der Sesselbahn an zu frieren so die Sonne nicht scheint, was heute der Fall ist.

Zurück auf der Nordseite

Anschließend drehe ich meine Runden an der Nordseite, in der Regel nur an der Weinbergbahn. Hier ist der Schnee toll und die Abfahrt gut präpariert. Am daneben gelegenen Hüttenlift ist der Schnee schon knapp, vor allem auf der Waldabfahrt lauern gewaltige Eisplatten.

Venet Total: Talabfahrt nach Riefenal

Schließlich fahre ich ein letztes mal auf den Gipfel, mache mich bereit für die letzte Talabfahrt. Vom Schrahberg nach Rifenal, 1200 Höhenmeter, auf 5 Kilometern Piste. Der Beginn ist breit, und mäßig steil. Dann geht es in den Wald, ab der Mittelstation bei der Zammer Alm schlängelt sich die Abfahrt ins Tal, kurze, teils auch knackige Hänge, wechseln sich mit flachen Skiwegpassagen ab. Schließlich kommt das Inntal immer näher, Fluss und Autobahn werden sichtbar, der Schnee immer knapper. Kurz danach erreiche ich Riefenal.

Der Venet ist ein toller Skiberg, ähnlich und irgendwie doch ganz anders als Imst am Vortag. Beiden Gebieten gemein ist, dass sich nicht in der Liga der „hippen“ Skigebieten mitspielen. Bei Höhendifferenz und Pistenlänge aber sehr wohl in der Champions League spielen. Schade, dass der Venet so oft links liegen gelassen wird, zu oft. Viel Geld wird hier nicht verdient. Hoffen wir, dass hier nicht irgendwann die Lichter ausgehen.



Skifahren-Banner.


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