Und die Welt steht still – nicht nur im Einkaufszentrum

Wir erleben in diesen Tagen für die meisten von uns noch nie dagewesenes. Die Straßen sind leergefegt, nur wenige Autos sind unterwegs, nur ab und zu sieht man einen auszuführenden Hund samt Frauchen oder Herrchen. Der Himmel ist klar wie selten, kein Kondensstreifen verunstaltet das satte Blau. Was so schön sein könnte ist am Ende doch und nicht nur irgendwie gespenstisch.
Das Land steht still, richtig still. Millionen Menschen fürchten sich vor einer Krankheit, bangen um ihren Arbeitsplatz, ihre Zukunft. Zwar häufen sich in den letzten Tagen erste positive Zeichen, zumindest lokal und in Deutschland – doch mehr als ein Silberstreif am Horizont ist das nicht.
Es ist nicht die aktuelle Situation, die Soziale Distanzierung, strengere Hygiene oder das Abstandhalten im Supermarkt die mir Sorgen bereiten. Nicht die geschlossenen Geschäfte, Restaurants und Cafés. Der grassierende Corona-Virus hindert mich Nachts auch nicht am Schlafen.
Vielmehr beschäftigt mich wie lange dieser Zustand noch andauert wird und soll. Bisher ist kein Ende in Sicht. Eine Lösung – Fehlanzeige. Es gibt einfach noch keine.
Fest steht einzig, dass das Risiko einer unkontrollierten Verbreitung des Virus nicht kalkulierbar ist. Genauso ist es unmöglich unsere Volkswirtschaft bis auf unbestimmte Zeit einzufrieren, still stehen zu lassen. Beides beißt sich. Gut das ich nicht entscheiden muss.
Noch größere Sorgen bereiten mir die immer weitere Einschränkung der Bürgerrechte. Überwachung von Handydaten, Ortung, Ausgangsperren. Dazu grassiert unter vielen Bürgern ein nie gekanntes Maß an Denunziantentum und Blockwartmentalität (eine große Hilfsbereitschaft will ich da nicht unerwähnt lassen). Dazu kommt ein Fremdenhass der bereits hinter der Stadtgrenze beginnt. Angst fressen Seele auf.
Unser Staat tut sich sehr schwer damit einmal beschlossene Maßnahmen wieder rückgängig zu machen – das ist ein Problem.

Die Folgende Bilder sind in meiner Mittagspause am vergangenen Donnerstag entstanden. Es ist kaum ein Mensch auf den Straßen, dafür Polizei und Sicherheitsdienste. Ein bisschen erinnert die Szenerie an Nordkorea – auch wenn wir davon noch weit entfernt sind, sehr weit.

Ab Montag bin auch ich nicht mehr im Büro  sondern im Home-Office, auf unbestimmte Zeit. Ich werde das Büro, den Kontakt mit meinen Kollegen und auch meine Runde in der Mittagspause vermissen.

8 Kommentare zu „Und die Welt steht still – nicht nur im Einkaufszentrum

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  1. Ich hätte es kaum besser schreiben können. Eine Ergänzung noch: ich habe 2 Enkel (3 Jahre und 7Monate), die ich seit 3 Wochen nur über FaceTime und ab und zu mal vor der Türe mit großem Abstand sehe. Ich leide sehr darunter, sie nicht in den Arm nehmen zu können (wir gehören zur sogenannten Risikogruppe). Das ist für mich das allerschlimmste!

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    1. Ein Kollege pro Abteilung bleibt vorerst, ansonsten müsste ich selbst hin – die Ananas trägt schließlich wieder – außerdem , ein paar Türen weiter, auch der einstige Schopf der ersten Frucht 😊

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  2. Unglaubliche Aufnahmen. Ich habe einen Bummel incl. Eisessen dort geliebt – übrigens das beste Eis in der Region gibt es bei Euch – die beiden Eisbärenbabys hätt ich gern besucht – und und und. Positiv denken müssen wir, um all das zu verstehen, was gerade passiert. Bleiben wir erstmal daheim. LG Maren

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    1. Danke, ich fand es auch sehr bedrückend irgendwie, ein ganz komisches Gefühl.
      Das mit dem Eis ist natürlich Geschmacksache – aber es schmeckt dort schon :-), unser Favorit ist jedoch das Eiscafé Teo am Wasserturm in Geestemünde.
      Beim Eiscafé Mavelli, am Markplatz, kann man auch Eis zum liefern bestellen, haben wir gerade mal ausprobiert, war ganz OK noch nicht geschmolzen.

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  3. Da war ich letztes Jahr zu Ostern, alles rammelvoll.

    Ich bin seit heute auf Kurzarbeit gesetzt. Ich mache das Beste aus der Sache, und genieße die Entschleunigung.

    Pass auf Dich auf und bleibe gesund

    LG Bernhard

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