Island 8.4: Die wilden Küsten von Reykjanes

Wir fahren weiter, zunächst vom Vulkanfeld Krýsuvík in Richtung Südküste, dann in Richtung Westende von Reykjanes. Wir durchqueren das riesige, von gelb-grünen Moosen überwucherte Lavafeld Ögmundarhraun, das bei einem Vulkanausbruch vor 800 Jahren entstand – letzendlich aber nur eines von vielen, aber das letzte größere auf unserer Islandreise. Die Halbinsel Reykjanes ist von hunderten Eruptionen gezeichnet und in Zukunft werden noch weitere dazukommen. Das ist sicher.

Hópsness – Karge Landzunge im Nordatlantik

Kurz vor dem Hafenstädtchen Grindavik (3.200 Einwohner), immernoch in den unendlichen Lavafeldern, nutzen wir spontan eine Abzweigung auf eine unbefestigte Piste. Diese führt uns auf die Halbinsel Hópsness, Einer kleinen Landspitze, deren Entstehung, wie könnte es anders sein, auf einen Lavastrom zurückgeht.

Hopsness Grindavik Reykjanes Leuchtturm
Der einsame Leuchtturm Hopsnesviti in den weiten Lavafeldern auf der Landzunge Hopsness.

Trotz seines Alters von ca. 3.500 Jahren ist der Boden noch immer karg und steinig. Das vulkanische Gestein kaum verwittert, eine lebensfeidnliche Mondlandschaft. Diese Halbinsel schützt den Hafen von Grindavik vor der tosenden Brandung des Ozeans. Ohne Hópsness hätte es den Hafen und die Stadt vermutlich nie gegeben.

Der Nordatlantik ist wild und stürmisch, die Brandung stark und die Felsen vor Grindavik, bei den häufigen Unwettern, kaum zu sehen. Um die Gefahr zu verringern errichtete man 1938 den Leuchtturm Hópsnesviti. Trotzdem zerschellte das Fischerboot Sveinbjarnarson III, im Februar 1988 an den Klippen. Zwar wurden die Besatzung gerettet. Die in zahllose Einzelteile zebrochenen Überreste des Wracks rosten weiter in den Felsen von Hópsness vor sich hin.

Wo Trolle baden

Mehr oder weniger zufällig folgten wir wiederum einer kurzen Piste die alsbald auf einem kleinen Parkplatz an der Küste mündet. Direkt am Naturpool Brimketill. Zwar ist Island berühmt für seine Thermalquellen, -bäder und Hot-Pots. Island Trolle haben aber scheinbar andere Vorlieben, mögen es kühler. Eines dieser Bäder ist der Brimketill nahe der Südspitze von Reykjanes.

Brimtekill Pool Trolle Reykjanes
Brimketill, der Pool der Trollfrau Oddn nahe der Spitze der Halbinsel Reykjanes.

Für Menschen ist es hier viel zu kalt und Gefährlich. Trolle, vor allem die Trollfrau Oddn, haben scheinbar andere vorlieben. Aus wissenschaftlicher Sicht ist Brimtekill ein Brandungskessel, ein Wunderwerk der Natur. Die Beständige Brandung, das sprizende Wasser hat mit der Zeit eine kleine Hohlform in die Lavafelsen geschlagen. Auch das Wasser im Pool stammt aus dem Pool. Reichlich unromantisch aber nicht weniger beeindruckend. Brimtekill  ist von einer neuen Besucherplattform aus, bei Ebbe, gut einsehbar.


IslandIsland – Auf der Ringstraße 2018 – Übersicht


 

2 Kommentare zu „Island 8.4: Die wilden Küsten von Reykjanes

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