Island 8.3: Krýsuvík – das feurige Herz von Reykjanes

Wir bewegen uns Richtung Westen, weiter auf die Halbinsel Reykjanes – die Rauchspitze (was durchaus wörtlich zu nehmen ist). Das südwestliche Ende Islands. Etwa im Zentrum der Halbinsel liegt das Vulkansystem Krýsuvík. Hierzu zählen auch das Thermalfeld Seltún und das Maar Grænavatn – unsere nächsten Ziele.


Titelbild: Der türkisblaue, wassergefüllten Explosionskrater Grænavatn.


Halbinsel Reykjanes

Reykjanes, die Südwestspitze Islands, befindet sich direkt über der Riftzone, die hier eine Fortsetzung des Mittelatlantischen Rückens bildet. Die Kontinentalplatten Europas und Nordamerikas driften jährlich 2cm auseinander, was häufige Erdbeben zur Folge hat. Die dadurch entstehende, vulkanische Aktivität, ist auf Reykjanes besonders ausgeprägt. Weite Teile des Landes sind von Lavaströmen überprägt. Aufgrund der Vulkantätigkeit ist die Halbinsel reich an Naturdenkmälern, wird aber von Touristen, trotz seiner Nähe zur Hauptstadt Reykjavik (30km), meist links liegengelassen. Umso mehr platz für uns.

Seltun Island heiße Quelle
Die Hügelkette des Hverafjall, die Hänge sind gezeichnet von Thermaler Aktivität. Aufgrund von Hitze und austretenden, giftigen Gasen wächs hier nichtmals Gras.

Geothermalfeld Seltún

Am offensichtlichsten tritt das Vulkansystem Krýsuvík im Thermalfeld Seltún zu Tage. Für alle Sinne. Kochend und spuckend für die Augen, nach Schwefel stinkend für die Nase, zischender Dampf für die Ohren.

2018-08-04-03-thermalfeld-Seltun-Reykjanes

Die Erde kocht – „frischen Schlamm“

Heiße Quellen Island

Das Geothermalgebiet Seltún liegt direkt an der Straße 42. Vom Parkplatz sind es nur  wenige Schritte bis zu den ersten Fumarolen und Schlammtöpfen. Ähnlich wie das vergleichbare Hochtemperaturgebiet Hveraönd am Namafjall, lässt sich auch Seltún auf einem kurzen, befestigten, Rundwanderweg erkunden. Das ganze ist vielleicht noch ein wenig beeindruckender als am Myvatn. Zwar  kommt man nicht ganz so „nah“ an die Dampfwolken heran – dafür herrscht hier ganz und gar kein Trubel. Die Schlammtöpfe sind dazu auch eine ganze Nummer größer. Hier kocht die Erde fast ganz für uns allein. Die kochend heißen Fluten versickern nicht im Sand, sie fließen als dampfende Ströme in Richtung Tal – beeindruckend.

Ponys mit eigener heißer Quelle

Anschließende wechseln wir die Straßenseite, wo eine größere Herde Islandpferde vor der Kulisse des Kleifarvatn grast. Mit dem Abfluss des riesigen, derzeit mit reichlich Wasser gefüllten, Schlammptopfs Fúlipollur verfügen die Pferde sogar über ihre eigene heiße Quelle. Ob sie diese auch zu nutzen wissen?

Ich nachhinein wäre ich gerne bis zum Kleifarvatn gefahren. Zum einen sind die Ufer dess Sees ebenfalls Thermisch aktiv, zum anderen bewirkt die Plattentektonik ein regelmäßiges ansteigen und absinken des Wasserspiegels. Ein andern mal. Island ist viel zu groß, bietet einfach zu viel für einen einzigen Urlaub. Wahrscheinlich sogar für ein ganzes Leben.

Kleifarvatn See Island Reykjanes
Die grüne Seite von Reykjanes, im Hintergrund der See Kleifarvatn.

Grænavatn – das grüne Auge von Reykjanes

Etwa 1,5 Kilometer südlich vom Hochtemperaturfeld Seltún liegt der Grænavatn. Ein smaragdgrüner, fast kreisrunder See mit einem Umfang von etwa einem Kilometer. Seine leuchtende Farbe verdankt See den Kieselalgen, die in seinem Wasser gedeien.

Explosiver Vulkanismus

Grænavatn Maar Krater See
Das türkisblaue Wasser des Grænavatn -dem grünen See.

Natürlich hat auch dieser See eine vulkanische Vergangenheit. Der Grænavatn ist der größte von acht, teils mit Wasser gefüllten, Explosionskratern in der Umgebung. Sogenannten Maaren. Der Grænavatn bildete sich vor ungefähr 6.000 Jahren. Ein Maar entsteht durch die Reaktion von Magma und Wasser. Durch die Hitze verdampft die Flüssigkeit schlagartig, die daraus resultierende Explosion reißt einen Krater in den Boden. Maare gibt es übrigens auch in Deutschland, in der Vulkaneifel. Der Grænavatn hat steile, felsige Ufer, ist über 30 Meter tief und lässt sich bequem umwandern. Dabei erhalten wir auch schöne Eindrücke von kleineren, südöstlich gelegenen, Explosionskratern sowie von der vulkanischen Umgebung. Im Süden schimmert der Atlantische Ozean.


IslandIsland – Auf der Ringstraße 2018 – Übersicht


 

7 Kommentare zu „Island 8.3: Krýsuvík – das feurige Herz von Reykjanes

Gib deinen ab

    1. Sowas hatte ich, trotzdem ist unterwegs noch einiges dazugekommen, teils auch spontan einfach so. Teils war das schöner als die geplanten „Highlights“ – abgesehen natürlich von den absoluten Hotspots. Aber Island ist ja bekanntlich ein einziger Hotspot ;-).

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: