Island 5.3: Aktive Erde

Eben haben wir noch einen Vulkan erklommen. Den Krater umrundet und in seinen Schlund geblickt. Dazu haben wir das unglaubliche Panorama auf die Umgebung genossen. Einerseits auf den Mývatn, den Mückensee und seine grüne Oase im Westen. Andererseits auf die vukanischen Geröllwüsten des Möðrudalsöræfi im Osten.  Diese junge, aktive Gegend gilt es nun zu etwas näher zu erkunden. Die, aktive, vulkanische Natur Islands mit eigenen Augen zu erleben und zu fühlen.

Lavafeld Dimmbugogir

Erstes Ziel ist Dimmbugogir, „die dunklen Burgen“, direkt am Südwestfuß des Vulkankraters Hverfjall. Es gibt zwei Theorien zu ihrer Entstehung.

#Dimmuborgir Island
Die vulkanischen Gesteinsformationen des Dimmuborgir.

Vor rund 2.300 brach der Vulkan Heiðarsporðar aus. Große Lavamengen traten aus und flossen in großen Strömen in Richtung des Mývatn. Auf ihrem Weg floss die Lava über ein Gewässer. Durch die Gluthitze begann das Wasser zu kochen, zu verdampfen.  Durch Schlote suchte sich der Dampf einen Weg nach oben. Als die oberfläche des Lavastroms bereits erkaltet war floss die darunter befindliche, noch flüssige Lava, weiter in Richtung des Sees. Ein Hohlraum entstand. Nach dem Ausbruch brach der Deckel ein. Die Schlote blieben jedoch erhalten und bilden die heute sichtbaren Gesteinsformationen des Dimmbugogir.

 

Burg der Trolle und Elfen

Einer anderen Theorie nach ist Dimmbugogir eine Burg der Trolle und Elfen – mit Türmen, Grotten und Fenstern. Bewohnt wird sie von Grýla, eine menschenmordenen Frau, halb Troll, halb Oger und ihren 13 Kindern. In der Adventszeit stellen die Kinder ISlands ihre Schuhe auf die Fensterbänke und erhalten Geschenke – sofern sie sie gut benommen haben. Andere Kinder erhalten lediglich eine vergammelte Kartoffel, oder werden, wenn sie Pech haben, entfürt und von Grýla verspeist. Heute wird diese Geschichte aber kaum mehr erzählt – aus Rücksicht auf die Kinder.

Das weitläufige Gebiet mit seinen bizarren Gesteinsformationen kann auf zahlreichen Wegen erwandert werden. Aufgrund der Naturwunder in der Umgebung konnten mich die Steinformationen des Dimmbugogir aber nicht wirklich begeistern

Kontinentalspalte bei Grjótagjá

Auf dem Weg vom Dimmbugogir zum Námafjall machen wir noch einen kleinen Abstecher zur Felsspalte Grjótagjá. Hier stoßen die eurasische- und die amerikanische Kontinentalplatte aneinander, richtigerweise bewegen sie sich ca. 2cm pro Jahr auseinander was auch die Ursache für die vulkanische Aktivität auf Island ist.

 

Die Spalte selbst ist hier sichtbar und ziemlich spektakulär. Wann kann man schonmal gleichzeitig auf zwei Kontinenten stehen? Daneben ist ein Teil der Spalte mit thermal erwärmten Wasser gefüllt, diente früher als Badehöhle. Heute ist hier das Baden verboten. Vor einigen Jahren diente die Höhle als Drehorte für eine Folge von Game of Thrones. Aufgrund des starken Andrangs habe ich auf einen Besuch der Höhle selbst verzichtet.

Berg in Bewegung: Námafjall

 

Der Námafjall ist ein vulkanisch aktiver Bergrücken östlich des Myvatn. Wie auch der Vulkankrater Hverfjall gehört auch er zum Vulkansystem der Krafla.  Westlich und Östlich des Berges finden sich vulkanisch aktive Hochtemperaturgebiete.

#Namafjall Hveraönd
Das Hochtemperaturgebiet Hveraönd auf der Ostseite des Namafjall.

Wir steuern das Hochtemperaturgebiet auf der Ostseite des Bergrückens an, das Hveraönd. Der Boden ist lehmig, teils gelb von Schwefel, hier und da von heißen Wasserläufen durchzogen. Der Geruch von faulen Eiern liegt in der Luft. Das Hveraönd ist von einigen Wegen durchzogen, immer mit einem gewissen Sicherheitsabstand zu den vulkanisch aktiven Öffnungen. Es findet sich eine Vielzahl von mal mehr, mal weniger heftig kochenden Schlammtöpfen, zahlreiche Fumarolen und sogar einige Solfatere. Zeugnisse des aktiven Erdinneren.

 

Im Grunde leben wir auf einer schwimmenden Felseninsel, treibend auf einem Ozean aus glutflüssen Gestein. Nicht nur auf Island – nur hier wird es besonders deutlich. Ein Teil der Thermalquellen, auf der Weseite des Námafjall, wird zur Energiegewinnung genutzt. Auch das nahe gelegene Mývatn Bad, die kleine Schwester der blauen Lagune, gründet sich auf der Hitze des Namafjall.


IslandIsland – Auf der Ringstraße 2018 – Übersicht


 

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