Wremen: Friesisches Wurtendorf am Meer

Im frühen Mittelalter besiedelten die Friesen das Marschland an der Wurster Nordseeküste. Sie gründeten die heutigen Dörfer, darunter auch Wremen. Da der Deichbau zu dieser Zeit noch nicht bekannt war, legte man die Siedlungen auf künstlichen Hügel, den Wurten an. So kam das Land Wursten zu seinem Namen.

Von seinem friesischen Charakter hat sich Wremen, auch was die Bausubstanz betrifft, nur wenig bewahren können. Lediglich der alte Dorfkern, rund um die ehemalige Dorfwurt mit der Willehadi-Kirche im Zentrum strahlt noch den Charme der Vergangenheit aus. Die Kirche ist daher auch das mit Abstand älteste Gebäude und datiert etwa auf dem Jahr 1200. Benannt ist das Goteshaus nach dem Mönch Willehadus, der im 9. Jahrhundert das Christentum in die Wurster Marsch brachte.

Bauerndorf in der grünen Marsch

Heute ist Wremen vor allem ein bäuerlich geprägtes Dorf mit knapp 2.000 Einwohnern, im Speckgürtel von Bremerhaven – wovon eine Vielzahl von Neubauten zeugen. Ein ganz normales Dorf wie viele andere in der Marsch sollte man meinen – wäre da nicht seine interessante Geschichte und vor allem seine Lage direkt am Wattenmeer. Letztendlich ist es allein diese Gegenbenheit, unmittelbar hinterm Deich der Küste, die Wremen zu etwas besonderem macht.

Wremen Weser Hafen Strand Campingplatz
Wremen von der Außenweser aus gesehen. Links der kleine Preuße, daneben der Granatkutterhafen und ganz rechts, auf dem Deich, das Hotel Deichgraf und der Wremer Badestrand.

Naturschatz Nordseeküste

Die Nordsee ist Wremens kostbarstes Gut. Ihr ist es zu verdanken, dass man Meer baden-, bei Niedrigwasser im Watt laufen- und am alten Kutterhafen und am Leuchtturm das maritime Flair genießen kann.  Entsprechend spielt der Fremdenverkehr eine bedeutende Rolle. Rund 100.000 Übernachtungen zählt der Ort, vor allem in den Sommermonaten. Dazu kommen, aufgrund der verkehrsgünstigen Lage noch eine ganze Reihe von Tagesgästen. Trotzdem ist es in Wremen beschaulich geblieben. Der Touristische Trubel, so man überhaupt davon sprechen kann, knubbelt sich auf einen schmalen Küstenabschnitt rund um Strand, Hafen und Leuchtturm. Unmittelbar daneben liegen die geschützen Flächen des Nationalparks Wattenmeer, inzwischen Unesco Weltnaturerbe, die je nach Jahreszeit nicht betreten werden dürfen. Trotzdem lassen sich, schon wenige hundert Meter vom Kutterhafen entfernt, ´Seeluft und Natur allein und in Ruhe genießen.

Krabbenkutter Kutterhafen Wremen
Krabbenkutter im Hafenbecken des Sielhafens am Wremer Tief. Im Hintergrund das Siebhaus.

Sehenswürdigkeiten in Wremen

Hauptanziehungspunkt in Wremen ist natürlich der Kutterhafen am Wremer Tief mit seinem Leuchtturm, den „Kleinen Preußen“. Hier landen die Krabbenkutter ihren Fang an – der auch direkt vom Kutter verkauft wird. Bei Flut kann man am Grünstrand in der Nordsee baden oder Wassersport betreiben, bei Ebbe im Watt wandern. Natürlich ist es auch möglich einfach im Strandkorb die Seele baumeln zu lassen und die Aussicht auf das Meer und den Schiffsverkehr auf der Außenweser zu beobachten.

Leuchtturm Wremen Wurstern Nordseeküste
Der Leuchtturm Kleiner Preuße ist das Wahrzeichen von Wremen und steht direkt am Wattenmeer, an der Ausfahrt des Wremer Kutterhafens.

Abseits der Küste die bietet Wremen architektonisch lediglich die alte Dorftwurt mit der Willehadi-Kirche und wenigen Höfen. Selbst reetgedeckte Häuser muss sind kaum noch vorhanden. In unmittelbarer Nähe der Kirche liegt die  „Museumsinsel“ mit dem „Museum für Wattenfischerei“ und dem „Kuriosem Muschelmuseum„. Auch das Fischgeschäft „Böger“ ist hier zu finden. Hier können neben Frisch- und Räucherfisch auch in frische, in Wremen angelandete Nordseekrabben, das Granat, erworben werden.

Verweise:


Wremen-BannerÜbersichtsseite Wremen


Wurster-Nordsee-KüsteÜbersichtsseite Wurster Nordseeküste



siehe auch:

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