Island 3.3: „Diamond Beach“ & Jökulsárlon

Nur 10 Kilometer vom Gletschersee Fjallsárlón liegt einer der außergewöhnlichsten Orte Islands, der Diamond Beach. Natürlich entstammt dieser Name der Umgangssprache,-heißt dieser Strand nicht „wirklich“ so, eigentlich weiß ich gar nicht nicht, ob er überhaupt einen Namen hat – dennoch ist die Bezeichnung Diamond Beach mehr als treffend…

# Eisberge in der Brandung
Blaue Eisberge in der Brandung des Nordatlantiks.

Diamond Beach

Die Besonderheit des Diamond Beach wird durch ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Eis und Sand gebildet – in einer vielleicht weltweit einmaligen Kombination. Schwarzer Sand vulkanischen Ursprungs und weiß-blaues Gletschereis in Form von Eisbergen.

Wie entstand der Diamond Beach

Wie entsteht der Strand?

Der Strand liegt in unmittelbarer Nähe des Jökulsárlon, der größten Gletscherlagune Islands. Sowohl Strand als auch Lagune bilden das Gletschervorfeld des Breiðamerkurjökull, einem der größten Auslassgletscher des Vatnajökull. Den sogenannten Breiðamerkursandur. Zahllose Vulkanausbrüche förderten in Jahrhunderten Unmengen von Lava zu Tage.   Die Kraft von Wasser, Wind und vor allem die des Eises zerkleinerten dieses Gestein dann im Laufe der Zeit. Erst zu Kies dann zu Sand. Das Schmelzwasser der Gletscher lagerte den schwarzen Sand schließlich an der Küste ab. Ein Prozess der bis heute andauert.

Woher kommen die Eisberge?

Der Breiðamerkurjökull endet im Gletschersee Jökulsárlon. An seiner 3 Kilometer langen Eisfront brechen immer wieder Eisberge ab. Der Gletscher kalbt. Diese Eisberge treiben dann über Jahre in der Lagune herum bis sie schließlich über den kurzen Fluss bzw. Gezeitenstrom Jökulsá á Breiðamerkursandi entgültig in das Meer, den Nordatlantik gelangen. Die meisten dieser Eisberge verdriften nicht in den Ozean sondern werden von der starken Brandung, früher oder später, an den Strand gespült. Diese bilden letztendlich die „Diamanten“ am Diamond Beach.

Ein magischer Ort

Der Diamond Beach ist einer der wundervollsten Orte Islands und wird natürlich auch entsprechend von Touristen frequentiert. Dank der länge des Strandes findet hier aber jeder sein Plätzchen. Wie üblich verbleibt ein Großteil in Parkplätznähe.
Kein Eisberg gleicht dem anderen. Viele haben bizarre Formen, manche sind groß, andere winzig. Wieder andere schimmern tiefblau, einige weißlicher, manche sind fast durchsichtig. Gelegentlich finden sich auch schwarze Eisberge – mit Resten vulkanischer Ascheablagerungen. Gerade das Farbenspiel des Eises, in Kombination mit dem schwarzen Sand und der weißen Gischt der Brandung machen diesen Ort so besonders.

Jede Welle nagt mit ihrem vergleichsweise warmen Wasser am Eis, schmilzt eine dünne Eisschicht. Darüberhinaus verändert sie die Lage der Eisberge am Strand oder spült gar einen neuen an. Kein Moment am Ufer gleicht so dem nächsten. Der Strand verändert sein Aussehen, Augenblick für Augenblick. Die Natur ist der Beste Baumeister. Schnell vergisst man die Zeit und die Menschen um einen herum. Man wird eins mit den Eisbergen, dem schwarzen Sand und dem tosendem, schier unendlichen Ozean.

Eisberglagune Jökulsárlon

#Jökulsárlon Eisberglagune
Eisberge auf dem Jökulsarlon.

Vom Strand aus sind es nur wenige Meter bis zum Jökulsárlon dem Ursprungsort der Eisberge. Die Lagune ist noch keine hundert Jahre alt und entstand erst durch den Rückgang des Gletschers, dem Breiðamerkurjökull. Durch die anhaltende globale Erwärmung schmilzt der Gletscher immer weiter, der Jökulsárlon vergrößert sich infolge dessen.  Heute ist die Lagune mehr als 25km² groß und fast 250m tief. Der tiefste See Islands.

Eigentlich ist der Jökulsárlon gar kein richtiger See. Durch den kurzen Gezeitenstrom Jökulsá á Breiðamerkursandi dringt Wasser des Nordatlantiks  ein. Unterwirft die Lagune den Gezeiten des Ozeans. Deshalb ist der Jökulsárlon auch salzig und friert nicht zu. Wir verweilen nur kurz am Ufer, begeben uns dann zum Container von IceLagoon – denn wir haben eine Zodiac-Tour auf der Lagune gebucht…


IslandIsland – Auf der Ringstraße 2018 – Übersicht


6 Kommentare zu „Island 3.3: „Diamond Beach“ & Jökulsárlon

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