Besuchergalerie Kreuzfahrt-Terminal Bremerhaven: Spectrum of the Seas

In den vergangenen Jahren hat sich das Kreuzfahrt-Terminal, neudeutsch Columbus-Cruise-Center in Bremerhaven zu einem ernstznehmenden Kreuzfahrthafen entwickelt. Hinter Rockstock-Warnemünde, Hamburg und Kiel liegt man inzwischen auf Platz 4 der Deutschen Kreuzfahrthäfen.  Im Jahr 2018 gab es zum ersten mal mehr als 100 Schiffsankünfte. Auch die Anzahl der abgefertigten Passagiere hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Wurden im Jahr 2016 noch 96.500 abgefertigt, so waren es 2018 bereits 238.000. Ein Ende des Kreuzfahrtbooms ist nicht abzusehen. In diesem Jahr rechnet man noch einmal mit einem Plus von mehr als 20.000 Passagieren.

Kaiserschleuse Kreuzfahrtschiffe Bremerhaven
Blick von der Kaiserschleuse auf das Kreuzfahrtterminal Bremerhaven mit der „Schwimmenden Stadt“ Spectrum of the Seas.

Bremerhaven profitiert vom Kreuzfahrtboom

Keine Frage, Bremerhaven profitiert. Viele Kreuzfahrer nutzen die Seestadt nicht zur als Hafen zum ein- und auschiffen. Sie übernachten oft auch hier, lassen also Geld in Bremerhaven. Dazu kommen noch Schiffe, die die Seestadt als Zwischenziel ansteuern, ihre Passagiere hier zum Landgang abladen. Zweifellos werden hierdurch auch Arbeitsplätze geschaffen.

Besuchergalerie-Kreuzfahrterminal

Doch nicht nur die Kreuzfahrer zieht es in die Seestadt. Die Schiffe allein sind eine Touristenattraktion. Ist einer der Ozeanriesen in der Stadt, was im Sommerhalbjahr fast täglich der Fall ist, ist die Besucherterasse an der Columbuskaje geöffnet. Viele Urlauber aus der Region nutzen die Gelegenheit um einen Blick auf die schwimmenden Städte zu werfen, denn nur in wenigen Deustchen Häfen kann man Kreuzfahrtschiffe aus der Nähe sehen. Mit etwas Glück liegen sogar mehrere der Schiffsgiganten an der Columbuskaje. Die Besuchergalerie ist während der Öffnungzeiten des Columbus Cruise Centers und während der An- und Abfahrtstage der Kreuzfahrtschiffe zugänglich. Der Zugang zur Besuchergalerie in der vierten Etage erfolgt über den Eingang des Hanseatisch Bremisches Hafenamtes an der Steubenstraße. Parkplätze sind vorhanden.

Neubauten der Papenburger Meyer-Werft

Seit einigen Jahren nutzt auch die Meyer-Werft die Infrastruktur am Columbus-Cruise-Center. Immer wieder lässt die Werft ihre Ozeanriesen hier an der Kaje ausrüsten. Derzeit liegt die Spectrum of the Seas, ein Stahlgigant der Quantum-Klasse hier vertäut. Am 11.04.2019 wurde das Schiff dem Eigner übergeben, der Reederei Royal Caribbean International. Dann gingen auch rund 1.000 geladene Gäste an Bord und weihten das Schiff auf seiner ersten Fahrt, nach Malaga, ein.

Quantum Klasse

Die Quantum Klasse umfasst insgesamt fünf Schiffe, die alle im Auftrag der Royal Caribbean Reederei von der Papenburger Meyer Werft gebaut wurden und werden. Bis 2018 handelte es dabei um die größten, je in Deutschland gebauten Schiffe. Inzwischen wurde dieser Superlativ von der Helios Klasse übernommen, die ebenfalls in Papenburg gebaut wird. Die Abmessungen der Schiffe der Quantum Klasse variieren leicht. Spectrum of the Seas hat eine Länge von 347- und eine Breite von 49m. Der Tiefgang beträgt maximal  8,8m. Die Vermessung des Ozeanliners beträgt 169.379 BRZ womit die Spectrum of the Seas noch ein wenig größer ist, als ihr Schwesterschiff, die Ovation of the Seas. Das Schiff kann bis zu 4.246 Passagiere und 1.550 Besatzungsmitglieder befördern. Eine schwimmende Stadt und ein Meisterwerk der Ingenieurskunst.

Umweltfrevel Kreuzfahrtindustrie

Ich selbst stehe der Kreuzfahrtindustrie jedoch kritisch gegenüber. Das mag daran liegen, dass ein Urlaub auf einer dieser schwimmenden Städte, für mich, prinzipiell, eher abstoßend wirkt. Hat aber auch andere Gründe. Kreuzfahrtschiffe sind, harmlos ausgedrückt, wenig umweltfreundlich. Sie sind wahre Meister darin Feinstaub zu emittieren. Ein Schiff wie der Quantum-Klasse, eines stößt so viel Feinstaub aus wie 20 Millionen Mittelklassewagen. Derzeit sind auf den Weltmeeren rund 350 Kreuzfahrtschiffe unterwegs, die in etwa so viel Dreck machen wie alle Autos der Welt zusammen. Dazu kommt, das die riesigen Schiffe der Meyer-Werft auch der Ems schwer zusetzen. Die Werft liegt nämlich nicht am Meer sondern viele Kilometer im Binnenland.  Der Fluss musste also entsprechend „angepasst“ werden, damit die gigantischen Kreuzfahrtschiffe überhaupt zum Meer fahren können.

Kreuzfahrtschiffe Umweltfrevel Dreck
Zum Abschied gibts noch eine kleine Rußwolke – obwohl man die Schiffe an der Kaje problemlos mit „sauberen“ Strom aus der Steckdose versorgen könnte…

Für eine selbsternannte Klimastadt wie Bremerhaven ist das ein Problem. Denkt man zumindest. Daneben werden nämlich noch gute 4 Millionen PKW jährlich über den Hafen in alle Welt exportiert . Letzendlich auch die Lebensader der Stadt und der Region und irgendwo auf der Grund für die Existenz der Stadt in der ich lebe und arbeite. Unangenehn – aber so ist die Welt. Letzlich stellt sich aber auch die Frage ob 4.000 Passagiere auf einem Kreuzfahrtschiff nicht vielleicht doch umweltfreundlicher sind, als die gleiche Zahl auf einer Flugreise. Wer weiß?


siehe auch:

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