Klimawandel in Bremerhaven (2) – Niederschlag

Niederschlag ist essentiell für das Leben. Für die Natur, Pflanzen und Tiere und damit auch für uns Menschen. Sowohl unsere Trinkwasserversorgung als auch die landwirtschaftliche Nahrungsmittelproduktion basiert auf Regen. Mit den klimawandelbedingt ansteigenden Temperaturen, wächst auch die Verdunstung – aber auch die wärmere Luft kann mehr Wasser aufnehmen. Daher steigt sowohl das Risiko für Dürren als auch für heftige Gewitter und Starkniederschläge.

Jahresniederschläge

Der Jahresniederschlag ist die Summe aller Tagesniederschläge in mm/m²

Die Summe des Jahresniederschlags in Bremerhaven unterliegt einer großen Schwankungsbreite. Die Differenz zwischen trockenen und nassen Jahren kann mehr als 100% betragen. In Summe zeigen die Jahresniederschläge aber keinen signifikanten Trend. Die Jahresummen sind über 30-Jahre gemittelt nahezu unverändert. Durch die höheren Temperaturen steigt aber die Verdunstung, weshalb in den Sommermonaten mehr Niederschlag nötig ist.

Klim. MW. 1961-1990* 741mm
MW. 1990-2019 761mm (103%*)
MW. 1949-2019 754mm (102%*)
Maximum 1998 1040mm (140%*)
Minum 1971 469mm (63%*)

Jahresniederschläge in Bremerhaven seit 1950. Die Summe kann im Bereich von 100% schwanken. Die Niederschlagssummen keinen signifikanten Trend. Die vergangenen 30 Jahre waren sogar etwas nasser als in der Normalperiode.

Immer trockenere Frühjahre

Im Gegensatz zum Gesamtjahr, nimmt die Niederschlagsmenge in den Frühjahrsmonaten – und damit in einer Zeit die für das Pflanzenwachstum besonders wichtig ist, in den letzten Jahren spürbar ab. In den letzten 30 Jahren ging die mittlere Niederschlagsmenge in den drei Frühjahrsmonaten März, April und Mai um gute 20 Liter pro/m² zurück. Das entspricht einer Verringerung von 12%.

Klim. MW. 1961-1990* 155mm
MW. 1990-2019 137mm (88%*)
MW. 1949-2019 149mm (96%*)
Maximum 1983 252mm (163%*)
Minum 2011 60mm (39%*)

Niederschlagssumme der drei Frühlingsmonate März, April und Mai. Die Regensummen zeigen einen deutlichen Trend nach unten. Das Frühjahr 2020 war das drittrockenste seit Aufzeichnungsbeginn.

Dürrejahre

Das Frühjahr 2020 war besonders trocken. Es fiel kaum mehr als die Hälfte des üblichen Niederschlags. Nachdem bereits die beiden vorherigen Jahre, 2019 und insbesondere 2018 viel zu trocken waren, befinden wir uns inzwischen in eines ausgewachsenen Dürrephase. Die Grundwasserstände sind erschreckend niedrig, Büsche und Bäume an besonders trockenen Standorten sterben ab, Stadtbäume müssen bewässert werden und die Ernten in der landwirtschaft sind auf einem niedrigen Niveau. Bremerhaven ist von dieser (fast) Deutschlandweiten Dürre noch nicht einmal besonders heftig betroffen. Es wird zu sehen sein, wie und ob sich dieser bedauernswerte Zustand fortsetz. Ich hoffe es nicht.

Niederschlagsdefizit in Bremerhaven seit dem 1.1.2018 im vergleich zum klim. Mittel 1961-1990. 23 der letzten 35 Monate waren teils deutlich zu trocken. Im Jahr 2020 sogar 8/11. Das Regendefizit beläuft sich derzeit auf rund 220 Liter/m² und damit beinahe soviel wie auf dem Höhepunkt der Dürre im Sommer 2019.

Ich veröffentliche diesen Beitrag, inklusive aller enthaltenen Bilder und Grafiken, am 27.02.2020 unter der Creative Commons Lizenz CC BY 3.0 DE.
#Creative Commonshttps://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de
https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/legalcod


* Gegenüber dem Klimatischen Mittelwert 1961-1990
Letzte Aktualisierung am 28.November 2019


siehe auch:


Datenquelle: Deutscher Wetterdienst: https://opendata.dwd.de

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