Klimawandel in Bremerhaven (7) – Steigender Meerespiegel.

Bremerhaven ist als Seestadt ganz besonders vom Anstieg des Meerespiegels bedroht, der Schutz vor den Fluren der Nordsee, dem Blanken Hans, ist nicht weniger als eine Existenzfrage.
Schon heute liegen 90% des Stadtgebietes unterhalb der Deichkrone, rund 15% würden (ohne Deich) bei normalen Tiedhochwasser, zweimal täglich, überflutet werden.
Nur die alten Ortskerne von Leherheide, Lehe, Geestemünde und Wulsdorf wurden einstmals auf grundsätzlich sturmflutsicheren Gelände gegründet. Heute stellt vor allem das Geestesperrwerk so etwas, wie Bremerhavens Lebensversicherung dar.

Der Meerespiegel steigt seit dem Ende der letzten Eiszeit, ist aber in den vergangenen 2.000 Jahren weitgehend Stabil geblieben. Vor dem massiven Ausbau des Küstenschutzes, Deichen, Deckwerken und Buhnen, hatten bereits kleinere Schwankungen des Wasserspiegels große Auswirkungen.
Im Zuge des Klimawandels, der globalen Erderhitzung, steigt der Wasserspiegel wieder an – und zwar deutlich. Ursache sind zum einen die schmelzenden Eisschilde in Grönland und der Antarktis, andererseits der derzeit (noch) dominierende Effekt der thermischen Ausdehnung – wärmeres Wasser nimmt mehr Raum ein als kühleres.
Laut den Progonosen des IPCC könnte der globale Meeresspiegel bis zum Ende der Jahrhunderts um 60 bis 110cm ansteigen – laut einigen Studien sind sogar mehr als 200cm im Bereich des denkbaren. Bereits bei diesem Anstieg wären die Existenz vieler Deutscher Nordseeinseln in Gefahr, weite Teile des Wattenmeers würden verschwinden. Doch selbst wenn die Pariser Klimaziele erreicht würden, würde die globalen Pegel noch weiter steigen. Diverse Kipppunkte an den Eisschilden, etwa in der Westantarktis und in Grönland könnten bereits überschritten sein. Ein Meerespiegelanstieg von 10m könnte die langfristige Folge sein – das wäre gleichbedeutend mit dem Ende von Bremerhaven, allen Küstenschutzmaßnahmen zum trotz. Weltstädte wie London, Hamburg, Amsterdam oder New York wären dann in ihrer Existenz bedroht.

Anstieg des Meerespiegels am Pegel Cuxhaven. Der Wasserstand kann in abhängigkeit von Wetterlagen stark schwanken. Über die Jahre hinweg zeigt sich aber ein deutlicher Anstieg. Von 1950-2018 ist der Meerespiegel, im 30-jährigen Mittel, um 12cm angestiegen. Die Hälfte dieses Pegelanstiegs erfolgte in diesem Jahrtausend. Der Anstieg des Meerespiegels beschleunigt sich. vergrößern
Pegel der Nordsee aus Satellitendaten (TOPEX/Poseidon, Jason-1, Jason-2, and Jason-3)- Auch hier ist der Anstieg des Pegels unübersehbar, in den letzten Jahren stark beschleunigt. Auf Basis des 5-jährigen Mittelwertes ist der Wasserspiegel der Nordsee allein in den vergangenen 4 Jahren um 4cm angestiegen. (C) Altimetry data are provided by NOAA Laboratory for Satellite. vergrößern
Querschnitt durch das Kütztenschutzbauwerk am Lohmanndeich in Bremerhaven. Ein Anstieg des Meerespiegels um nur einen Meter hätte bereits gewaltige Folgen. Bereits bei normalen Pegelständen stünde das Wasser am Deichfuß.

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Ich veröffentliche diesen Beitrag, inklusive aller enthaltenen Bilder und Grafiken, am 27.02.2020 unter der

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