Museum für Wattenfischerei Wremen

Die Nordseeküste ist, abgesehen von Ausnahmesommern, nicht für ihr stabiles, sonniges Wetter bekannt. Regengüsse aber auch einige ganz verregnete Tage gehören zum Sommer an der Küste wie das Watt und die Gezeiten. Bei Schietwetter bietet sich ein Besuch der Wremer Museuminsel an. Diese liegt im Dorfzentrum von Wremen, neben historischen Willehadi-Kirche. Sie berherbergt gleich zwei Museen:

Wremer Museumsinsel

Wremen Museum Wattenfischerei

Nach dem für mich eher weniger interessantem, eher auf Humor ausgelegten Muschelmuseum – meine Begleitung war in diesem Punkt übrigens gleicher Meinung, führte unsere kleine Tour durch die Wremer Museumsinsel nun zum eigentlich Ziel, dem Museum für Wattenfischerei. Die Ausstellungsräume liegen nur ein Haus weiter, gleich um die Ecke, direkt an der Hauptstraße. Schon der Außeneindruck ist ein anderer und lässt vermuten, dass es hier mehr zu sehen gibt und um es schonmal vorweg zu nehmen, das Museum ist wirklich interessant. Die Ausstellung überraschend groß und vielseitig. Hat mir wirklich zugesagt!


Museum für Wattenfischerei

#Museum für WattenfischereiIm Museum für Wattenfischerei ist der Name Programm. Betrieben vom Wremer Heimatkreis thematisiert das Museum die Fischerei im Wattenmeer wobei der Hauptfokus auf dem Krabbenfang an der Wurster Nordseeküste liegt. Dieser wird hier noch heute, auch in Wremen, kommerziell betrieben. Erläutert werden dabei die verschiedenen Fangmethoden,  sowie die Verarbeitung und Vermarktung des Fangs damals und heute. Auch das Leben der Fischer kommt nicht zu kurz.

Fischerei Museum Wremen
Ausstellung des Museums für Wattenfischerei in Wremen mit veschiedenen Exponaten aus der Fischerei.

Ausstellung

Das Museum für Wattenfischerei besteht aus drei Ausstellungsräumen, aufgeteilt auf zwei Etagen. Dazu kommt die Krabbenküche, in einem weiteren Gebäude im Hof, sowie der Krabbenkutter Koralle im Außenbereich.
Die Ausstellung zeigt, anhand von liebevoll arrangierten Dioramen, Schautafeln und historischen Bildern die Vermarktung und den Fang des Granats im Wattenmeer. Wirklich interessant! Zugleich wird der Aufstieg der Nordseekrabbe vom „Arme Leute Essen“ zur teuren Delikatesse beleuchtet. Teilweise sind auch einige Originalexponate vorhanden, darunter auch eine Schälmaschine. Daneben wird auch auf die, in der Vergangenheit betriebene, Gewinnung von Muschelkalk eingegangen.

Geschichte der Krabbenfischerei

Seinen Anfang nahm der Granatfang im  17. Jahrhundert. Lange Zeit wurde den Nordseegarnelen lediglich mit Reusen und Netzen, teils auch vom Pferd aus, nachgestellt. Erst seit dem Ende des 19. Jahrunderts wird die Nordseekrabbe von Kuttern aus, mit Baumkurrennetzen, befischt. Die anderen Fangmethoden sind inwischen mehr oder weniger verschwunden. Lediglich ein Fischer in Deutschland, stellt der Nordseekrabbe noch mit Reusen nach und zwar am Solthörn, nördlich von Wremen. Die Reusen werden hier noch, ganz klassisch, mit dem von Hunden gezogenen Schlickschlitten kontrolliert. Nostalgie pur!

Neben den Museumräumen findet sich im Eingangsbereich des Museums noch die Krabbenküche. Eine originalgetreu eingerichtete Fischerstube. In solchen Stuben wurden in der Vergangenheit, die Krabben, in Heimarbeit geschält.
Noch heute ist die Wurster Nordseeküste ein Zentrum des Kranatfangs. Vom den den drei Kutterhäfen, Wremen, Dorum-Neufeld und Spieka-Neufeld, stellen in der Saison, mehr als ein Dutzend Schiffe der Nordseegarnele nach. In Wremen sind es derzeit secfhs Krabbenkutter.

Krabbenkutter Koralle

Außerhalb des Museums, auf der anderen Straßenseite steht der historische Krabbenkutter Koralle. Das Schiff 16m lange und 4,5m breite Schiff wurde 1962. Seine Bauart ist charakteristisch für einen Kutter mit geringen Tiefgang. Bis 1991 befischte die Koralle das Wurster Watt nach Nordseegarnelen. Seit 1993 kann das Schiff im Wremer Ortszentrum besichtig werden.

#Krabbenkutter Koralle Wremen
Auch der ausgemusterte Krabbenkutter „Koralle“ auf der anderen Straßenseite ist Teil der Ausstellung im Wremer Museum für Wattenfischerei.

 Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Das Museum für Wattenfischerei ist von April bis November, Dienstags-Sonntags,  von 14-17 Uhr geöffnet. Der Normalpreis für Erwachsene beträgt 2,50€ (2018). Eine Kombikarte, Muschel- und Museum für Wattenfischrei kostet 3,50€ (2018).

Verweise:


Wremen-BannerÜbersichtsseite Wremen


Wurster-Nordsee-KüsteÜbersichtsseite Wurster Nordseeküste


siehe auch:


siehe auch:

2 Kommentare zu „Museum für Wattenfischerei Wremen

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  1. Nebel am Wattenmeer

    Nebel, stiller Nebel über Meer und Land.
    Totenstill die Watten, totenstill der Strand.
    Trauer, leise Trauer deckt die Erde zu.
    Seele, liebe Seele, schweig und träum auch du.

    Christian Morgenstern
    (1871 – 1914)

    Lieben Gruß, Ewald

    Gefällt 1 Person

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