Island 2.2: Nach Süden

Nach dem Besuch am Gullfoss lassen wir den Goldenen Kreis hinter uns und wenden uns nach Süden. Wir verlassen die Hauptverkehrsachse und fahren über Nebenstraßen, teils unasphaltierte, durch grüne Wiesen, über tief eingeschnittene Flüsse durch das  Isländische Hügelland zum Strand. Eine sanfte Landschaft – für hiesige Verhältnisse. Unser Ziel, die Südküste und natürlich die Ringstraße.

Grüne Hügel & reißende Flüsse

Islandpferde

Nur selten ist ein Haus zu sehen – dafür aber jede Menge Pferde. Islandpferde. Eigentlich ja Ponys (wenn auch recht große), aber das hört man hier nicht so gern. Gefühlt gibt es auf Island mehr Pferde als Menschen. In der Realität sind es dann doch nur rund 80.000. Trotzdem kommt auf vier Isländer im Durchschnitt etwa ein Pferd.

Das Verhältnis der Isländer zu den Tieren ist ein ganz besonderes. Nur mit ihrer Hilfe ließ sich das unwirtliche Land besiedeln und urbar machen. Eine Querung des lebensfeindlichen Hochlandes war ohne sie undenkbar. Vor allem dort weiden die Tiere noch heute, in großen Herden, in völliger Freiheit. Auch im Süden haben die Weiden riesige Ausmaße, sind aber dennoch, auch wenn aufgrund ihrer Ausdehnung kaum erkennbar, von Zäunen umgeben. Neben ihrer Funktion als Last- und Reittier dient das Islandpferd aber auch seit jeher der Fleischgewinnung.

Urriðafoss

Kurz vor dem Urriðafoss treffen wir dann auf die Ringstraße. Diese werden wir auf unserem Weg in durch den Süden und in den Nordosten Islands, nur noch selten verlassen. Kurz vorher, rund 65km hinter dem Gulfoss, passieren wir auf dem Weg in Richtung Küste die Þjórsá, den längsten Strom Islands. Nur wenige hundert Meter neben der Straße liegt der Urriðafoss, der wasserreichste Wasserfall Islands. Auf rund 40 Metern breite stürzt hier das Wasser der Þjórsá dem Nordatlantik entgegen.

Blick auf den Wasserfall Urridafoss.
Seitlicher Blick auf den Urridafoss.

Auch wenn der Wasserfall eher einer großen Stromschnelle gleicht, weit weniger imposant daherkommt als beispielsweise der Gulfoss am Vormittag, ist die Macht des Wassers auch hier gewaltig. Das weitgehende Fehlen anderer Touristen, die damit einhergehende Ruhe, bietet uns die Möglichkeit die Naturgewalt intensiver wahrzunehmen. Die Wassermenge, die im Sommer den Urridafoss hinunterstürzt, beträgt durchschnittlich zwischen 300-400m³ pro Sekunde – vergleichbar mit dem Wasser der Weser das täglich bei Bremerhaven in die Nordsee strömt! Wahnsinn!

Nach dem Urriðafoss fahren wir gute 50 Kilometer über die Ringstraße nach Osten, biegen dann rechts ab in Richtung des Fährhafens Landeyhöfn, welcher die isländische Hauptinsel mit Vestmannaeyjar, den Westmännerinseln verbindet. Diese schroffen Vulkaninseln sind zwar nicht unser Ziel, wohl aber die pechschwarzen Strände am Nordatlantik.

#Vulkan Hekla
Die Hekla, das Tor zur Hölle von Süden. Einer der drei aktivsten Vulkane in Island.

Schwarze Strände

Landeyahöfn

Landeyhöfn ist ein reiner Fährhafen. Keine Wohnhäuser, keine Geschäfte, keine Sehenswürdigkeiten, keine Touristen. Lediglich die Wellenbrecher, das Terminal und ein Parkplatz erinnern uns daran das sich hier ein wichtigen Hafen befindet. Unser Ziel sind aber ohnehin die schwarzen Strände, die aufgrund der Zufahrtstraße hier, von der Ringstraße aus, gut zugänglich sind.

#Landeyjahöfn
Eine unwirkliche Welt, die pechschwarzen, vulkanischen Sandstrände an Islands Südküste bei Landeyjahöfn.

Die langen Sandstrände an Islands Südküste bestehen aus zermahlenem Vulkanischen Gestein und Lava sowie der Asche unzähliger Vulkanausbrüche. Stetig lagern die nach Süden fließenden Ströme neuen Sand am Ufer ab, wirken so der Brandung entgegen. Die zahllosen Gletscherläufe, Wassermassen aus subglazialen Vulkanausbrüchen liefern gigantische Mengen, drohen gar den Hafen zu versanden. Zuletzt die Ausbrüche des Eyjafjallajökull im Jahr 2010. Die rauhe See, die Brandung des Nordatlantiks nagt beständig an Island. Hier im Süden wächst die Insel aber sogar ins Meer hinein.

Die Stimmung am Strand ist mystisch. Wir sind ganz allein mit dem Wind und den Wellen. Laufen auf einem schwarzen etwas das Sand ist, aber nach meinem Verständnis nicht danach aussieht. Der Strand ist grandios. Der Kontrast zwischen der weißen gischt und dem pechschwarzen Sand könnte nicht größer sein. Ein gewaltiger Ort – wie irgendwie alles auf Island.

#SeljalandsfossFernblick
Aus der Ferne grüßt der Seljalandsfossunser nächstes Ziel.

IslandIsland – Auf der Ringstraße 2018 – Übersicht


2 Kommentare zu „Island 2.2: Nach Süden

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