Island 2.1: Golden Circle

Der zweite Tag in Island. Tag des Kennenlernens und der unvermeidlichen Tour auf dem Goldenen Zirkel oder dem Gullni hringurinn, weils sich so schön liest. Die ersten Reiseziele: Þingvellir, das Hochtemperaturgebiet Haukaladur mit seinen Geyriren und der Wasserfall Gullfoss. Dazu die ersten Kontakte mit der großartigen Landschaft und Natur Islands. Ich nehme es mal vorweg und werde dieses Wort wohl noch  häufiger benutzten: Gewaltig!

Unberechenbares Isländisches Wetter

Kommen wir zum Wetter, vielleicht das wichtigste Thema auf Island (wir sind auf alles vorbereitet). Dieses zeigt sich heute von einer ungewöhnlichen Seite. Es ist warm, schwül und trocken. Ab und zu lugt die Sonne durch die Wolken. Die Temperaturen erreichen fast 24°C – der wärmste Tag in Reykjavik seit 10 Jahren und für uns hitzegeplagte Mitteleuropäer, ein wunderbarer Tag zum eingewöhnen.

Auf dem Golden Circle

Golden Circle Island Ringstraße
Straße auf dem Golden Circle in der grandiosen Kulisse Islands. Hinten Links der Schildvulkan Skjaldbreiður.

Von Reykjavik nach Þingvellir

Zunächst verlassen wir die Hauptstadt Islands, Reykjavik, den einzigen Ort auf der Insel, welcher die Bezeichnung Stadt nach „deutschen Maßstäben“ auch verdient, in Richtung Osten. Wir decken uns in einem Supermarkt bei Kjós, der auch Sonntags geöffnet hat, mit Lebensmitteln und Getränken ein. Unser erster Kontakt mit isländischen Preisen. Island ist teuer. Das ganze aber selbstm Portemonnaie zu spüren, ist dann aber nochmal etwas anderes. Ich bereue aber keinen Cent. Island ist es definitiv wert! Anschließend verlassen wir die recht dicht besiedelte Hauptstadtregion in Richtung Nordosten – der Wildnis. Das Abenteuer Island beginnt.

Schnell verfallen wir dem Bann der isländischen Landschaft. Zunächst stoppen wir in rascher Folge für Blicke und Fotos. Später etwas seltener, wir haben schließlich Ziele – die Kulisse bleibt gewaltig. Gefühlt erfindet sich Island alle 5 Kilometer neu. Wir sind überwältigt. Nie war der Spruch, der Weg ist das Ziel passender als hier.

Þingvellir – Islands Nationalstätte

Am eigentlichen Pingvellir fahren wir vorbei, heben es uns für einen anderen Tag auf. Wir genießen aber den Ausblick auf die zahlreichen Spalten die den Verlauf der Grenze zwischen der europäischen und nordamerikanischen Kontinentalplatten markieren. Diese Grenze zieht sich quer durch Island, ist ein Grund für den Vulkanismus und damit auch für die Existenz des Inselstaats. Um eine kurze Rast an einem Aussichtspunkt am Nordostrand des Sees Þingvallavatn kommen wir nicht herum. Anschließend nehmen wir den Rest der Strecke bis zum Hochtemperaturgebiet des Tals Haukaladur in Angriff.

Haukaladur

Kochende Erde: Vulkane, Heiße Quellen und Geysire

Gegen Mittag erreichen wir das vulkanische aktive Hochtemperaturgebiet im Haukaladur – dem Tal der Greifvögel bei Bláskógabyggð. Einem der Highlights auf dem goldenen Ring und wohl auch überhaupt in Island. Das Tal ist teil eines aktiven Vulkansystems und bietet neben zahlreichen heißen Quellen auch aktive Geysire.

#Heisse Quellen Haukaladur
Die Erde Kocht. Heiße Quellen im Haukaladur – dem Tal der Greifvögel.

Bei der Ankunft erwartet uns ein riesiger, prallgefüllter Parkplatz samt Einkaufszentrum. Der Tourismus in Island boomt. Gerade auf dem Golden Circle. An den Hauptsehenswürdigkeiten ist es daher voll – aber noch erträglich. Angesichts der Top-Sehenswürdigkeite (Wie viele leicht zugängliche und auch noch regelmäßig ausbrechende Geysire gibt es sonst noch auf der Erde?) aber verständlich. Das Wetter hat inzwischen umgeschlagen, es ist nicht mehr so schwül und keine 20° mehr. Dazu tröpfelt es etwas.

Geysir und Strokkur

Das Absolute Highlight im Haukaladur sind die beiden Geysire, Geysir – der Namensgeber aller übrigen und Strokkur. Allerdings bricht nur der Strokkur regelmäßig aus, alle 8-10 Minuten.

Seine Wasser und Dampsäule erreicht während einer Eruption, die rund 10 Sekunden dauert, eine Höhe von 25-35 Metern. Gewaltig und ein wahnsinniges Spektakel.

#Haukaladur Blesi
Ausbrechender Strokkur, im Vordergrund die heiße Quelle Blesi.

Neben den beiden Geysiren gibt es noch eine Vielzahlzahl weiterer, nicht eruptiver, heißer Quellen. Darunter die wunderschöne, türkisblaue Quelle Blesi.

Goldener Wasserfall – Gullfoss

Von den Geysiren sind es kaum 10 Kilometer bis zum Gullfoss – dem goldenen Wasserfall und Namensgeber des Golden Circle.

#Langjökull
Blick vom Gullfoss auf die Eiskappe des Langjökull. Dem mit fast 1000 km² Ausdehnung zweitgrößten Gletscher Islands.

Am Parkplatz angekommen erleben wir einen kleinen Schock. Stau. In Island. Wir suchen uns einen Parkplatz und pilgern mit den Menschenmassen den kurzen Weg zum Wasserfall. Menschen hin oder her, das tosende Wunderwerk der Natur ist und bleibt eindrucksvoll. Letzlich sind auch wir Touristen.

Gullfoss

Der Gulfoss ist einer der größten und imposantesten Wasserfälle Islands. Hier stürzt das Wasser des Flusses Hvítá in zwei Stufen in einer Schlucht. Die erste Stufe misst dabei 11m, die zweite 21. Durchschnittlich stürzen über 100m³ Wasser pro Sekunde unter ohrenbetäubenden Lärm zu Tal. Die Westseite des Wasserfalls ist durch zahlreiche Wege und Plattformen erschlossen, die den Blick auf jeden Winkel der Kaskaden erlauben. Einfach nur beeindruckend und kaum vorstellbar, das es in Island noch eindrucksvollere Wasserfälle gibt.

#Gulfoss von Süden
Die beiden Kaskaden des Wasserfalls Gulfoss.

Die ins Tal stürzenden Wassermassen erzeugen eine enorme Gischt. Der sich in feinen Wassertropfen an den benachbarten Hängen niederschlägt. Nass wird man hier immer – passende Kleidung ist also angebracht.

Nach dem Besuch des Gulfoss beenden wir unsere Fahrt durch den Goldenen Ring und wenden uns zunächst nach Süden.


IslandIsland – Auf der Ringstraße 2018 – Übersicht


4 Kommentare zu „Island 2.1: Golden Circle

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