Tieftaucher: Technikmuseum U-Boot Wilhelm-Bauer

Neben den verschiedenen Schiffen und Booten des Deutschen Schiffahrtsmuseums (DSM) liegt im Bremerhavener Museumshaven noch ein weiteres Schiff vor Anker. Die Wilhelm-Bauer. Ein U-Boot. Es gehört nicht zur Sammlung des DSM sondern bildet ein eigenes kleines Museum innerhalb der Havenwelten. Es liegt auf der Ostseite des Alten Hafens, an der Holländischen Klappbrücke.

U-Boot Wilhelm Bauer

Bau und Selbstversenkung in den Wirren des Krieges

Das U-Boot Wilhelm Bauer hat eine wechselvolle Geschichte die bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurückreicht. Es lief im Oktober 1944, als U 2540 als ein Boot des Typs XXI,  in Hamburg vom Stapel. Damals eines der modernsten Unterwasserfahrzeuge der Welt. Im Februar 1945 wurde es in die 31. U-Flottille eingegliedert. Zum Einsatz kam das U-Boot nicht mehr. Am 4. Mai, kurz vor Kriegsende, erfolgte die Selbsversekung des Wasserfahrzeugs in der Flensburger Förde. Es sollte nicht in feindliche Hände gelanden.

U-Boot Bremerhaven Museum

Das Technikmuseum U-Boot Wilhelm Bauer im Museumshafen. Im Hintergrund Mediteraneo, Sail City und das Klimahaus.

Hebung und Instandsetzung für die Deutsche Marine

Im Juni 1957 wurde des U-Boot schließlich gehoben, instandgesetzt um schon ein Jahr später als Versuchsboot für die Deutsche Marine verwendet. 1960 wurde es auf den Namen Wilhelm Bauer getaubt und bis 1968 eingesetzt.
Schon zwei Jahre später wurde das U-Boot erneut in Dienst gestellt, auch diesmal als Erprobungsboot für die Marine. Dafür wurde die Wilhelm Bauer nochmals modifiziert.

Stilllegung und Nutzung als Museumsboot

Nach einer Kollision mit einem Zerstörer wurde das U-Boot 1982 entgültig außer Dienst gestellt und anschließend, von der Seebeck-Werft als Museumsschiff hergerichtet. Der ursprüngliche Zustand als U 2540 konnte weitgehend wiederhergestellt werden.
Seit 1984 liegt das Technikmuseum U-Boot Wilhelm Bauer im Bremerhavener Museumshafen.

Das Museum

Im inneren des U-Bootes

Das U-Boot wird durch zwei in die Bordwand geschnittene Türen betreten und verlassen. Der Eingangsbereich ist die ehemalige Waffenkammer. Hier wurden einst Torpedos gelagert und durch zwei Torpedorohre auch abgeschossen – auch wenn dieses U-Boot nie einen Torpedo im Krieg abfeuerte.
Anschließend geht es durch den Bereich der Offiziersquartiere und der Messe. Lediglich der Kapitän und die Offiziere genossen so etwas wie Privatsphäre in ihren Gemächern. Von Komfort kann keine Rede sein. Die Enge im Zusammenspiel mit der stickigen Luft, dem Lärm und dem fehlenden Tageslicht muss den Dienst auf den U-Boot zu einer einzigen Qual gemacht haben.

In der Mitte des U-Bootes folgt schließlich die Brücke. Das Herz des Unterwasserfahrzeugs und gleichzeitig der größte Raum und der einzige mit Fenster, zumindest wenn man das Periskop als eines ansieht. Hier kann man sich halbwegs bewegen – auch wenn das bei einer Besatzung von 57 Mann, so viele waren vorgesehen, nur schwer vorstellbar scheint. Hinter der Brücke folgen, auf engstem Raum, die Betten der Manschaft und schließlich der Maschinenraum.

Der Eintritt in das U-Boot Wilhelm Bauer kostet 3,50€ – die sind es Wert. Denn auch wenn das Museum sehr klein ist. Wie es als U-Boot-Fahrer gewesen sein kann man nur nachvollziehen, wenn man mal eines von innen gesehen hat.


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