Wurster Nordseeküste: Müllsammeln am Solthörn

Inzwischen zeigt sich der Sommer von seiner erträglichen Seite. Höchsttemperaturen knapp über 20°C,  bestens geeignet für einen Spaziergang am Solthörn wo trotz Ferienzeit, wie immer Ruhe um Einsamkeit herrschen. Wir wandern den Sommerdeich entlang und lassen uns die frischen Nordseeluft um die Nase wehen. Der Blick schweift in den Spülsaum. Algen, Muscheln, Schalentiere und Schilfreste – dazwischen immer wieder bunte Flecken – Plastikmüll.

#Deich Dürre Solthörn
Typisch Solthörn, grün, (weiß), blau. Die derzetige Trockenheit kann den Wiesen noch nicht wirklich etwas anhaben.

Müllsammeln an der Wurster Nordseeküste

Über die Vermüllung der Meere habe ich an anderer Stelle schon geschrieben, jetzt geht es um Gegenmaßnahmen. Konkrete Gegenmaßnahmen. Wir beschließen unsere Hundekotbeutel, Plastiktüten, zweckzuentfremden. Bleibt der Hundekot eben liegen, mit den Beuteln lässt hier sich nützlicheres anstellen: Müllsammeln.

#Spülsaum Sommerdeich Solthörn
Spülsaum am Sommerdeich vor dem Solthörn. So sauber es auch aussieht, fast überall liegt mehr oder weniger viel Müll.

Wir sammeln zumindest einen Teil der Abfälle ein. Hauptsächlich Netzreste aus der Fischerei, Schaumstoffe, Styropor und ja, Luftballons. Einfach so, bei fröhlichen Anlässen in die Luft entlassene, bunte Luftballons. Klar, dass diese irgendwann im Meer enden.
Was wir wenig finden, konventionelle Plastikverpackungen, Flaschen und Tüten. Obwohl die Landschaft, vor allem Gräben und Waldränder damit überquillen, der Weg ins Meer, zumindest in das vor Deutschland, bleibt ihnen meist verwehrt. Ein halbwegs gutes Zeichen – vergisst man für den Moment den anderen Müll.
Die deutsche Politik sollte, anstatt mit dem Verbot von Plastiktüten zwar Zeichen zu setzen, mal etwas gegen den tatsächlich vor Ort produzierten und sichtbaren Meeresmüll tun. Warum zum Beispiel darf ein Krabbenfischer im Nationalpark mit einem Plastiknetz fischen dessen Fasern sich früher oder später lösen und als Müll enden? Wieso ist es erlaubt Müll (aka Luftballons) in der Luft zu entsorgen? Etwas das jede Woche hundertfach geschieht, meist im Rahmen von (eigentlich) fröhlichen Anlässen.


siehe auch:


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Wurster-Nordsee-KüsteÜbersichtsseite Wurster Nordseeküste

10 Kommentare zu „Wurster Nordseeküste: Müllsammeln am Solthörn

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  1. Moin aus Bremen 🙂
    Wir haben immer einen Sammelbeutel dabei und nehmen die Plastikteile mit.
    Alleine schon der Vögel wegen.
    Ich hoffe, die Politiker kommen bald mal in die Puschen und verbieten Plastik.
    Die überwiegende Mehrheit der Art Mensch verzichtet nämlich nicht freiwillig auf etwas, was ihr bequem erscheint.
    Prima, dass Ihr auch sammelt. Das hat mich jetzt sehr gefreut 😊

    Gefällt 2 Personen

    1. Es ist jetzt nicht so, dass wir jedes mal wenn wir an der Küsten spazieren gehen, den Müll aufsammeln. Wenn es sich anbietet, klar, dann schmeiß ich das Zeug, was sich findet, in die Tonne nebenan. Finde ich einen extrem störenden Gegenstand, ist gerade kein Mülleimer in der Nähe und auch kein Beutel zur Hand, werfe ich ihn ein paar Meter höher, auf das er nicht wieder fortgeschwemmt wird, und hoffe darauf, dass ihn jemand anderes später mitnimmt.
      Letzlich liegt aber so „viel“ Müll im Spülsaum, teils verheddert mit natürlichem Treibsel, dass es unmöglich ist, alles wegzuschaffen. Ich möchte ja schließlich auch immernoch spazieren gehen.
      Ich bin auch nicht für ein Plastikverbot. Plastik ist ansich schon ein sehr praktischer Werkstoff für allerlei Dinge. Nötig ist aber eine Reduktion des Verpackungsmülls (was, willen vorrausgesetzt recht einfach sein sollte) und einen fachgerechte Entsorgung. Würde es nicht ein paar Schweine geben, hätten wir trotz Unmengen von Plastikverpackungen, viel weniger Probleme damit.

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      1. Man kann natürlich auch noch kategorisieren in große, mittlere und kleine Schweine 😉
        Es wäre natürlich am besten wenn es keine Schweine mehr geben würde,. Den Schweinen das Schweinsein auszutreiben muss das Ziel sein – nicht den Nichtschweinen das Plastik zu verbieten.

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      2. Natürlich bin ich nicht so naiv. Mir ist schon klar, dass dies nie passieren wird 😦 – gefühlt gibt es mehr Schweine als vor 20 Jahren.

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