Gute Reise, Polarstern!

Die Polarstern ist, nicht erst seit der bahnbrechenden MOSAIC-Expedition, das wohl bekannteste deutsche Forschungsschiff – mit Heimathafen in Bremerhaven. Betreiber ist das Alfred-Wegener-Institut – ebenfalls mit Hauptsitz in der Seestadt. Als Eisbrecher ist die Polarstern vor allem in den eisbedeckten, nördlichen und südlichen Meeren unterwegs. In der Arktis und rund um die Antarktis, aus aktuellem Anlass vor allem zur Erforschung des Klimawandels.
Auch wenn die Polarstern fast 90% der Zeit auf See ist, dann und wann ist das Forschungsschiff doch zu sehen. Ob als Ausstellung im Museum, beim An- und Ablegen oder beim Aufenthalt in der Werft.

Die Polarstern wurde bereits 1981 auf Kiel gelegt und ist damit bereits über 40 Jahre alt. Dennoch sind ihre Forschungseinrichtungen noch immer auf dem Stand der Zeit, auch weil sie durch modularen Aufbau missionsspezifisch konfiguriert werden können. Entsprechend wertvoll sind die Ergebnisse. Aufgrund ihrer Bauweise kann das Schiff noch in bis zu 1,5m dickem Eis manövrieren ist bei Temperaturen bis zu -50°C operationsbereit.

Leinen Los auf der Polarstern. Schlepper ziegen das Forschungsschiff des AWI in Position.

Die MOSAIC Expedition

Für großes, weltweites Aufsehen sorgte die Polarstern in den vergangenen beiden Jahren. Zwischen September 2019 und Oktober 2020 ließ sich das Forschungsschiff in der zentralen Arktis einfrieren und ein ganzes Jahr vom Packeis treiben. Dabei wurden riesige Datenmengen gewonnen und wichtige Erkenntnisse zum Verständnis des globalen Klimawandels erzielt. Das Eis wird immer dünner, zieht sich immer schneller zurück. Die Arktis steht an einem Kipppunkt. Sollte der Klimawandel nicht endlich wirksam bekämpft werden, stehen Arktis und die Welt vor ungeheuren Veränderungen – so die grobe Zusammenfassung. Der Klimawandel ist längst da, uns bleiben nur noch wenige Jahre, um ihn auf ein erträgliches Ausmaß zu begrenzen – ansonsten wird nicht nur Bremerhaven, mittelfristig, am Grund des Meeres zu finden sein. Eine Tatsache, die angesichts der aktuellen Entwicklungen, im Wahlprogramm vieler Parteien, immer noch nicht wirklich in den Köpfen der Akteure angekommen ist. Sie spielen auf Zeit – die nicht mehr vorhanden ist.

Nach diversen Reparaturarbeiten und einer Antarktisreise startete die Polarstern am 24. Mai 2021 zu ihrer aktuellen Expedition PS16, die sie abermals in arktische Gewässer führte. Ziel war die Fram Straße. Die Meerenge zwischen Grönland und Spitzbergen, der Dreh- und Angelpunkt des Golfstromes und damit eine bedeutende Variable für das Weltklima. Doch nicht nur die Klimaforschung spielt eine Rolle, auch das Leben im Meer und am Grund stehen im Fokus. Die Tiefseeroboter fanden dabei nicht nur Lebewesen sondern auch Plastikmüll – dieser gelangt sogar in abgelegene und unbewohnte Regionen unseres Planeten.

Schon Morgen, am frühen Nachmittag, wird die Polarstern in Bremerhaven zurück erwartet.


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