Sauerländer Hochheiden: Sommer am Kahlen Asten

Das Land der Tausend Berge, endlose, bewaldete Hügel. Heute wird das Sauerland von Wäldern geprägt. Die meisten davon werden forstwirtschaftlich genutzt – 70% der Waldbäume sind schnellwachsende Fichten. Monokulturen. Regelrechte Plantagen (auch wenn zwischen Pflanzung und Ernte viele Jahrzehnte vergehen). Mit Natur haben diese Monokulturen nur am Rande zu tun.

#Hochheide am Kahlen Asten
Die Hochheide am Kahlen Asten – heute ein beliebtes Wandergebiet.

Vom Wald- zum Heidegebirge

Die ursprüngliche, natürliche Vegetation der Bergregionen bestand aus ausgedehnten Buchenwäldern. Diese wurden bis ins 19. Jahrhundert, durch Übernutzung und Raubbau, immer weiter zurückgedrängt. Holz war damals der Universalwerkstoff. Es wurde zum bauen und Heizen genutzt. Zusätzlich wurde der Wald für Felder und Weiden gerodet. Auch in die verbliebenen Waldflächen wurde Weidevieh getrieben, wodurch sie weiteren Schaden namen. Schließlich waren nur noch 1/3 der Region von lichten Wäldern bedeckt. Eine interessante Analogie zur derzeitigen „Waldnutzung“ in den Tropen. Man sollte meinen der Mensch würde dazulernen – dem ist wohl nicht so.

#Hochheide Schmetterling Admiral
Admiral auf einer Distelblüte in der Hochheide.

Dort wo sich die Forsten nicht mehr erholen konnten, vor allem in den Hochflächen, mit ihrem rauhen Klima, breiteten sich Heiden aus. Da auch diese beweidet wurden, konnte der Wald sich nicht regenerieren. Das Plaggen, die Entnahme der obersten Bodenschichten zur Düngung der Äcker, schadete Wälder und Heiden zusätzlich und verarmte die Böden.

#Dackel Thron
Der König der Hochheide ;-).

Vom Heide- zum Waldgebirge

Erst 19. Jahrhundert erkannte man, dass es so nicht weitergehen konnte. Holz wurde knapp und die kargen Böden warfen kaum etwas ab. Die nachhaltige Forstwirtschaft setzte sich durch. Das beweiden der Wälder wurde untersagt. Weite Heideflächen wurden mit der anspruchslosen und schnellwachsenden Fichte aufgeforstet. Andere Heidegebiete holte sich die Natur selbst zurück.

#Zuwachsende Heide Kahler Asten
Da die Heide nicht mehr genutzt wird, droht sie von allen Seiten zuzuwachsen. Zu ihrer Erhaltung ist eine regelmäßige Bewirtschaftung unabdingbar.

Heute finden sich im Sauerland nur noch wenige Heidereste, vor allem rund um die höchsten Gipfellagen. Das größte Hochheidegebiet findet sich am Neuen Hagen in der Niedersfeder Hochheide. Bekannt sind außerdem die Hochheidegebiete am Kahlen Asten sowie unterhalb des Ettelsbergs bei Willingen. Weitere Relikte finden sich in der Ginsberger Heide, bei Lützel am Rothaarkamm sowie die Usselner Heiden an der Kahlen Pön und am Osterkopf. Diese Flächen werde heute, durch Beweidung offen gehalten. Das verbuschen ist hier nicht erwünscht. Die Kulturlandschaft mit ihren Tier- und Pflanzenarten soll erhalten bleiben.


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